23 Aug 2010
Afrikanische Autoren auf dem Internationalen Literaturfestival Berlin (15. – 25. September)
Zwischen dem 15. und 25. September 2010 wird unsere Hauptstadt Berlin wieder einmal zur Literaturbühne. Im Rahmen des 10. internationalen Literaturfestivals Berlin treten über 270 Autoren aus aller Welt auf, um zeitgenössische Lyrik und Prosa zu präsentieren
Der „Fokus“ des Internationalen Literaturfestivals liegt dieses Mal auf Osteuropa, doch wie jedes Jahr sind eine Reihe afrikanischer Autor/innen dabei. Im Folgenden haben wir Ihnen die relevanten Veranstaltungen zusammengestellt. Der Hauptveranstaltungsort wird das Haus der Kulturen der Welt sein (bedingt durch die derzeit bestehenden Sanierungsarbeiten im Haus der Berliner Festspiele).
Hier haben wir für Sie eine Liste der Veranstaltungen von Autoren aus Afrika zusammengestellt
Sa 18.9.
REFLECTIONS | HAUS DER KULTUREN DER WELT / Theatersaal
17.00 Afrika 1960 – Blick zurück nach vorn
mit Nuruddin Farah (Somalia), Cheikh Hamidou Kane (Senegal) und Priya Basil (Großbritannien)
MODERATION: Barbara Wahlster
Das Jahr 1960 war für viele Afrikaner ein Jahr der Hoffnungen. 17 Länder erlangten ihre Unabhängigkeit von den kolonialen Mächten. Heute, etwa 50 Jahre später, stellt sich die Frage, was aus dem Hoffen der Menschen und den Visionen ihrer Anführer geworden ist. Renommierte Autoren werden über die Unabhängigkeit und die laufenden Prozesse der Dekolonisierung debattieren.
So 19.9.
REFLECTIONS | INSTITUT FRANÇAIS DE BERLIN
11.00 Was ist Weltliteratur heute?mit Rana Dasgupta (Großbritannien), Alberto Manguel (Kanada / Frankreich) und Nuruddin Farah (Somalia)
MODERATION: Michi Strausfeld
Goethe am 31. Januar 1827 in einem Gespräch mit Eckermann: „Ich sehe mich daher gern bei fremden Nationen um und rate jedem, es auch seinerseits zu tun. National-Literatur will jetzt nicht viel sagen, die Epoche der Welt-Literatur ist an der Zeit und jeder muss jetzt dazu wirken, diese Epoche zu beschleunigen“. Der Begriff „Weltliteratur“ hat längst Eingang in zumindest den „großen“ Sprachen gefunden. Aber wie hat er sich im Laufe der Zeit geändert, wie ändert er sich heute und in unserer globalisierten, digitalen Zukunft? Welche Unterscheidungen gibt es zum Begriff der „Nationalliteratur“, bzw. gibt es eine solche überhaupt noch? Welche Chancen haben großartige Prosa, Dramen, Lyrik, die in „kleineren“ Sprachen geschrieben werden, in den Kanon der Weltliteratur aufgenommen zu werden? Was ist Weltliteratur heute eigentlich, was nicht? In englischer Sprache.
Eintritt 4/5/6 Euro
So 19.9.
LITERATUREN DER WELT | HAUS DER KULTUREN DER WELT / Konferenzraum 2
18.30 Hassouna Mosbahi (Tunesien) lässt in seinem Roman „Rückkehr nach Tarschisch“ nordafrikanische Vergangenheit und Gegenwart lebendig werden
MODERATION: Samuel Shimon SPRECHER: Roland Schäfer
In “Rückkehr nach Tarschisch“ kehrt ein gebürtiger Nomade aus dem Exil nach Tunis zurück und wird mit einer Gesellschaft konfrontiert, die extrem unter dem Schrecken des islamistischen Fundamentalismus zu leiden hat. Der Roman von Hassouna Mosbahis erzählt in poetischen Bildern vom Zwiespalt nordafrikanischer Intellektueller zwischen Fremdheit im Westen und der Unmöglichkeit einer Rückkehr in ihre Heimat. Diesist eine Veranstaltung des Zentrums Moderner Orient in Kooperation mit dem ilb.
So 19.9.
LITERATUREN DER WELT | DEUTSCHES THEATER / Bühne
19.00 Nuruddin Farahs (Somalia) Heldin versucht einen Neuanfang − ausgerechnet in Mogadischu
MODERATION: Wilfried F. Schoeller SPRECHER: Frank Arnold
Nuruddin Farah, bekannt als einer der bedeutendsten Schriftsteller Afrikas, stellt den zweiten Teil seiner Trilogie über das von Bürgerkrieg und Misswirtschaft gepeinigte Somalia vor. In „Netze“ kehrt seine Heldin aus dem kanadischen Exil in ihre zerstörte Heimatstadt Mogadischu zurück, um die einst noble Familienvilla aus den Klauen eines Warlords zu befreien. Farahs Roman ist ein Plädoyer für eine weibliche Zivilgesellschaft im Widerstand gegen Korruption und Gewalt.
Mo 20.9.
SPECIALS | HELENE-NATHAN-BIBLIOTHEK NEUKÖLLN
19.00 Hassouna Mosbahi (Tunesien) lässt in seinem Roman „Rückkehr nach Tarschisch“ nordafrikanische Vergangenheit und Gegenwart lebendig werden
In »Rückkehr nach Tarschisch« kehrt ein gebürtiger Nomade aus dem Exil nach Tunis zurück und wird mit einer Gesellschaft konfrontiert, die unter den Schrecken des islamistischen Fundamentalismus zu leiden hat. Hassouna Mosbahis Roman erzählt in poetischen Bildern vom Zwiespalt nordafrikanischer Intellektueller zwischen Fremdheit im Westen und der Unmöglichkeit einer Rückkehr in ihre Heimat.
Eintritt frei
Mo 20.9.
SPECIALS | HAUS DER KULTUREN DER WELT / Café Global
22.00 Konzert: Wilfried und Serge N’Sonde (Kongo / Frankreich)
Wilfried N’Sonde, Dichter, Musiker und Romanautor lebt seit 18 Jahren in Berlin, wo er sich auch für sozial-benachteiligte Jugendliche einsetzt. Zuletzt erschien sein Roman „Das Herz der Leopardenkinder“. Begleitet von der akustischen Gitarre seines Bruders, Serge N’Sondé, der als Musiker im romantischen Paris lebt, interpretiert er eigene Poesie in einer Mischung aus Chanson und Slam Poetry.
Mi 22.9.
LITERATUREN DER WELT | ISTITUTO ITALIANO DI CULTURA
19.00 Igiaba Scegos (Italien / Somalia) ein Roman über das Sprachengewirr jenseits von Babylon
MODERATION UND SPRECHERIN: Maike Albath
„Oltre Babilonia“ ist der 3. Roman von Igiaba Scegos. Er erzählt von Zuhra, einer Buchhändlerin in Rom, die sich auch einmal verhaspelt, wenn sie Römisch spricht, denn ihre Wurzeln sind somalisch und ihre Haut ist ziemlich dunkel. Aus Rom und dunkelhäutig ist auch Mar mit einer argentinischen Mutter und einem somalischen Vater. Sie kennen sich zwar nicht, brechen aber beide nach Tunis auf, um Arabisch zu lernen. Und hier beginnt die schwindelerregende Geschichte, in der sich Epochen, Sprachen und drei unterschiedliche Welten miteinander vermischen: Italien, Somalia und Argentinien.
Eintritt frei
Mi 22.9.
LITERATUREN DER WELT | HAUS DER KULTUREN DER WELT / Konferenzraum 1
19.30 Cheikh Hamidou Kane (Senegal) und die Auseinandersetzung mit dem Kolonialismus
MODERATION: Flora Veit-Wild SPRECHER: Friedhelm Ptok
In seiner autobiographischen Erzählung „Der Zwiespalt des Samba Diallo“ wird die Krise der traditionellen senegalesischen Gesellschaft, die durch ihre Begegnung mit der Kolonialmacht ausgelöst wurde, von Cheikh Hamidou Kane beschrieben. Die Handlung dreht sich um einen jungen Senegalesen aus elitären Verhältnissen, der unerwartet in einen Zwiespalt zwischen seiner traditionellen Erziehung und seinem europäischen Bildungsweg gerät.
Sa 25.9.
REFLECTIONS | HEINRICH BÖLL STIFTUNG
13.00 New Kids on the Blog – Junge arabische Literatur im Internet
mit Ghazi Gheblawi (Libyen), Hassan Blasim (Irak), Sudanese Thinker (Sudan) und Ghada Mohamed Mahmoud (Ägypten)
MODERATION: Doreen Khoury SPRECHER: Frank Arnold
Arabische Blogger haben mit ihren politischen Aktionen in den vergangenen Jahren sehr viel internationale Aufmerksamkeit auf sich gelenkt. Weniger beachtet sind die Blogger, die die neuen sozialen Medien nutzen, um Literatur zu schreiben. Insbesondere jungen Autoren hilft das Internet jedoch, die noch weit verbreitete politische Zensur, religiöse „rote Linien“, wie auch den kulturellen Mainstream zu umgehen. Mit ihren mutigen Texten haben zahlreiche arabische Autoren eine breite Masse an Lesern gewonnen und tauschen sich zudem über das Internet aktiv mit ihren „Fans“ aus. Einige dieser Blogs sind aufgrund ihres Erfolgs als Bücher erschienen. Insbesondere junge Frauen haben es geschafft, existierende Tabus zu brechen und der neuen arabischen Generation, die nach Erneuerung und Wandel ruft, eine unzensierte literarische Stimme zu geben. In dieser Veranstaltung werden vier junge Autor/-innen aus ihren Blogs lesen und in einem anschließenden Panel gemeinsam über Meinungsfreiheit, Literatur, Gender und Identität in den neuen Medien in der arabischen Welt debattieren. In Kooperation mit der Heinrich Böll Stiftung.
Der Eintritt ist frei!










