Afrika erleben

Vergleich staatlicher vs. privater Nationalpark

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Ein Nationalpark ist ein Schutzgebiet, welches vor nicht gewollten menschlichen Eingriffen geschützt wird. Obwohl die Definition nicht überall identisch ist, herrscht eine gemeinsame Idee: „Erhaltung großer, unzerstörter Naturgebiete für die Nachwelt und als Symbol des nationalen Stolzes.“

Safarimöglichkeiten

Unbedingter Bestandteil eines jeden Südafrika Aufenthaltes ist eine typische Safari – in einem der privaten Game Reservate oder einem staatlichen Nationalpark. Authentisch soll es sein, urig und rustikal, verbunden mit möglichst vielen, spektakulären Wildbeobachtungen in einmaliger Szenerie. Das wird dem Besucher landesweit fast überall geboten – neben dem populären Krüger Nationalpark, gibt es zahlreiche Safaridestinationen die den verschiedensten Ansprüchen gerecht werden. Familienreisende bevorzugen sicher malariafreie – nicht weniger spannende – Schutzgebiete wie Madikwe inmitten der Provinz Nordwest, Nambiti im nördlichen KwaZulu-Natal oder das Kariega Game Reserve im Ostkap. Für aktive und besonders abenteuerlustige Besucher werden mehrtägige Wanderungen durch den Busch, sogenannte “Sleep-Outs” – Übernachtungen auf erhöhten Plattformen unter freiem Sternenhimmel – oder rustikale Buschcamps fernab jeglicher Zivilisation und so viel mehr geboten. Foto-Enthusiasten kommen dageben um das private Sabi Sand oder Timbavati Reservat nicht herum, diese Regionen beherbergen die weltweit größte Dichte an „Big 5“ und beste Fotomotive sind praktisch garantiert.

Buschwanderung mit Ranger im privaten Game Reserve

Buschwanderung mit Ranger im privaten Game Reserve

Vergleich staatlicher Nationalpark (Restcamps) vs. Private Game Reserve (Safari Lodges)

Bei all den verschiedenen Angeboten beschäftigt man sich früher oder später mit der Frage ob man den Safariaufenthalt in Eigenregie – also in einem der staatlichen Nationalparks – oder in einer der begehrten privaten Safari-Lodges planen soll.

Private Game Reserve & Safari Lodges

Der wohl entschiedenste Faktor ist die Reisekasse. Und wer entsprechendes Budget zur Verfügung hat, der kann in Südafrika aus den verschiedensten, hochwertigen privaten Lodges mit vielfältigem Angebot auswählen. Vollverpflegung, verschiedenste Safariaktivitäten – darunter geführte Ausfahrten mit Ranger im offenen Geländewagen in die Wildnis, Buschwanderungen, Pferdesafaris oder je nach Lage des Schutzgebietes Wildbeobachtungen vom Boot aus – all das, fernab der Zivilisation in komfortablen Ambiente – welches auf keinen Annehmlichkeiten verzichten lässt und für einen rundum sorglosen, abwechslungsreichen und unvergesslichen Aufenthalt sorgt.

Geschultes und ambitioniertes Lodgepersonal kümmert sich dabei tagsüber um die individuellen Bedürfnisse der Gäste und von den gut ausgebildeten Rangern erfährt man allerlei interessante Details über den Lebensraum, die Fauna und Flora sowie die vielen tierischen Bewohner des jeweiligen Schutzgebietes. Verwöhnt wird man hier bereits bei der Ankunft – je nach Lodge werden Willkommensgetränk und Erfrischungstücher bei afrikanischer Trommelmusik gereicht, bevor man von seinem Wildhüter oder dem Lodge Manager in Empfang genommen wird – der eine kurze Einweisung über den Tagesablauf gibt. Danach stärkt man sich mit frisch zubereiteten, leichten Speisen und kann sich mit seiner Umgebung vertraut machen. Je nach Ausstattung verfügen die Gästeeinheiten über eine eigene Veranda, wenn nicht sogar eigenem Plungepool, Außendusche und Kamin, der in den Abendstunden für romantische Stimmung sorgt.

Tierbeobachtungen vom Pool der privaten Safari Lodge

Tierbeobachtungen vom Pool der privaten Safari Lodge

Spätestens wenn man dann am Nachmittag zum ersten Mal im offenen Safarifahrzeug sitzt, wird man von der Abenteuerlust gepackt. Mit Kamera im Gepäck fährt man dem Sonnenuntergang entgegen und lässt sich von der Buschlandschaft und überraschenden Wildbeobachtungen faszinieren – kein zweites Erlebnis ist vergleichbar mit dem Moment, wenn man zum ersten Mal wenige Meter entfernt von riesigen, sanften Elefanten steht, den Geräuschen der Natur lauscht und sich den leichten Sommerwind Afrikas um die Nase wehen lässt. Wenn ein sicherer Platz im Reservat ausfindig gemacht wurde, genießt man gemeinsam einen „Sundowner“ Drink – die wohl beliebteste Safaritradition des Kontinents und die beste Gelegenheit spannende Safariabenteuer mit seinem Ranger oder anderen Gästen auszutauschen. Zurück in der Lodge und nach einer Erfrischung genießt man unter freiem Sternenhimmel landestypische Kost – von den logeeigenen Köchen teils bis zur Perfektion des Fine-Dinings gebracht und im offenen Boma zubereitet. Am nächsten Morgen, direkt zum Sonnenaufgang erfolgt ein früher Weckruf und kurz darauf startet man zur Morgensafari mit Ranger. Da gerade zu dieser Tageszeit die Tiere am aktivsten sind, ist dies die beste Zeit für Tierbeobachtungen und unvergessliche Fotomotive. Nach dem Frühstück bieten viele private Reservate Buschwanderungen an, bei denen man sich auf die kleinen Dinge fokussiert und z.B. die „Little Five“ entdecken kann. Die meisten privaten Safari Lodges liegen zudem direkt an einem Wasserloch und während Sie den restlichen Tag am Pool oder auf dem Aussichtsdeck der Lodge entspannen, kommen Elefanten, Zebras, Büffel und Großkatzen zum trinken vorbei.

Löwenbeobachtung im privaten Game Reserve mit Ranger im offenen Geländewagen

Löwenbeobachtung im privaten Game Reserve mit Ranger im offenen Geländewagen

In den privaten Game Reserve in Südafrika sind Safaris mit dem eigenen Mietwagen nicht erlaubt und es dürfen nur die Übernachtungsgäste der Safari Lodges mit qualifizierten Rangern Tierbeobachtungen unternehmen. Da diese auch off-road fahren dürfen, erleben Sie die „Big 5“ regelmäßig wenige Meter von Ihrem Fahrzeug entfernt. Zum Schutz der Tiere und zur Exklusivität der Tierbeobachtung sind zudem pro Big5-Sichtung maximal 3 Fahrzeuge erlaubt.

Staatliche Nationalparks & Restcamps

Wenn die Wahl auf die Erkundung in Eigenregie gefallen ist, erlebt man den Aufenthalt in einem der staatlichen Nationalparks des Landes in einem der recht rustikalen Camps, die in der Regel Rondavels (traditionelle Rundhütten), Chalets oder Bungalows zur Übernachtung bieten. Um die Verpflegung kümmert man sich selbst und kauft dazu Zutaten zum Grillen und Kochen im Campladen ein oder bringt diese bei der Anreise mit. In der Regel stehen Kochnischen in der eigenen Wohneinheit oder Gemeinschaftsküchen bereit.

Diese Art der Safari erlaubt den unmittelbaren Kontakt auch mit Einheimischen des Landes, da gerade in der südafrikanischen Ferienzeit, die Rest Camps beliebtes Urlaubsziel für südafrikanische Familien sind. Auf Pirschfahrt begibt man sich hier in Eigenregie – das erlaubt einen eigenen Rhythmus – auch wenn sich Wildbeobachtungen insbesondere in den frühen Morgenstunden oder bei Sonnenuntergang lohnen. Ausgestattet mit einer Mappe des Nationalparks orientiert man sich an den Haupt- und Nebenwegen immer auf der Suche nach den “ Big 5” – den sogenannten Big Five – wie Büffel, Löwe, Leopard, Elefant und Nashorn zusammenfassend bezeichnet werden.

im Mietwagen durch den staatlichen Hluhluwe-iMofolozi National Park

im Mietwagen durch den staatlichen Hluhluwe-iMofolozi National Park

In manchen der Rastlager werden ebenfalls geführte Safaris angeboten, allerdings werden diese dann oft in wesentlich größeren Fahrzeugen durchgeführt, was manchmal das authentische Safariflair vermissen lässt. Dafür kann man die Wildbeobachtungsfahrt im eigenen Mietwagen ausdehnen, favorisierte Wildbeobachtungsplätze wiederkehrend besuchen und das Tempo der Fahrt selbst entscheiden. Mitgebrachte Bücher und die Mappen die man an den Eingangstoren der Camps kaufen kann, liefern das Wissen rund um das Reservat und die Wildtiere, das man sonst vom Ranger erfahren würde.

In den staatlichen Parks ist man auf die Hauptwege beschränkt, die nur in den privaten Safari Lodges und Konzessionen zum sogenannten „Off-Road Fahren“ verlassen werden dürfen. Hier entscheidet das Glück, ob die Tiere sich an den Straßen aufhalten und wie lange diese dort verweilen. Neben den Individualreisenden und Safari-Anbietern sind auch die großen Reisebusse im staatlichen Park unterwegs, was bei spannenden Tierbeobachtungen nicht selten zu Staus bzw. eingeschränkter Sicht führt. Tipp: Hier unbedingt einen höheren Geländewagen anmieten, um die Chance auf bessere Tierbeobachtungen zu erhöhen. Zudem ist in den staatlichen Nationalparks die Reisezeit sehr entscheidend, da man im dichter zugewachsenen südafrikanischen Sommer nur auf kurze Entfernung gut sehen kann.

Preisvergleich Restcamp vs. Safari Lodge

Alle Preise pro Personstaatliches Restcampprivate Safari Lodge
Summeab 174 EURab 235 EUR
Übernachtung pro Person/Nachtca. 33 – 51 EURab 220 – 1.500 EUR
Frühstück/Mittag/Abendessenca. 30 EURinklusive
geführte Morgensafarica. 19 EURinklusive
geführte Buschwanderungca. 33 EURinklusive
geführte Abendsafarica. 19 EURinklusive
Parkeintrittca. 40 EUR*ca. 15 EUR
* SanParks berechnet pro Tag ca. 20 EUR, bei weiteren Tagen erhöht sich dieser Betrag

Dieser Versuch eines Preisvergleiches ist immer etwas der Vergleich von Äpfel mit Birnen, da neben der tatsächlichen Dauer in der jeweiligen Unterkunft auch entscheidend ist, ob man an den geführten Safaris im staatlichen Park teilnehmen möchte, selber fährt und Sprit verbraucht oder z.B. auch sein Essen im Supermarkt einkauft und zubereitet. Zudem spielt die Qualität der privaten Safari Lodge eine erhebliche Rolle beim Gesamtpreis aber zur groben Orientierung hoffen wir hiermit eine kleine Hilfestellung geben zu können.

Zusammenfassung

Für welche Art der Safari man sich auch immer entscheidet – das Erlebnis „Afrikanische Wildnis“ bleibt ein großes Abenteuer, bei dem man den ganz eigenen Regeln der Natur unterliegt. Nirgends können spektakuläre Wildbeobachtungen zu bestimmten Zeiten der Ausfahrten garantiert werden – aber genau das ist es, was den Reiz ausmacht bzw. wenden Sie sich an einen spezialisierten Südafrikaexperten, der alle Regionen und Unterschiede aus persönlicher Erfahrung kennt und verlassen Sie sich nicht auf Einzelmeinungen aus Foren oder Facebook-Gruppen. Wenn man sich auf das Abenteuer Afrika einlässt – wird man ganz sicher belohnt und reist mit vielen großartigen Fotoaufnahmen und unvergesslichen Safarierlebnissen im Gepäck zurück in die Heimat.

Sundowner zum Sonnenuntergang im Krüger National Park

Sundowner zum Sonnenuntergang im Krüger National Park

Auflistung einiger Nationalparks im südlichen Afrika

südafrikanische Nationalparks

  • Krüger National Park
  • Hluhluwe iMfolozi National Park
  • iSimangaliso Wetlands National Park
  • Addo Elephant National Park
  • Table Mountain National Park
  • Cape of Good Hope Nationalpark
  • Madikwe Game Reserve
  • Sabi Sand Game Reserve
  • Timbavati Game Reserve
  • Kariega Game Reserve
  • Mapungubwe National Park

Nationalparks in Botswana

  • Okavango Delta
  • Chobe Nationalpark
  • Gemsbok Nationalpark
  • Makgadikgadi-Pans Nationalpark
  • Nxai-Pan Nationalpark
  • Central Kalahari Game Reserve
  • Manyelanong Game Reserve
  • Moremi Game Reserve
  • Khwai Game Reserve
  • Khama Rhino Sanctuary
  • Mokolodi Nature Reserve

Nationalparks in Mosambik

  • Nationalpark Gile
  • Nationalpark Gorongosa
  • Nationalpark Limpopo
  • Nationalpark Zinave

Schutzgebiete in Namibia

NameGröße (km²)StatusBesonderheit
IAi-IAis Richtersveld Transfrontier Park4611NaturreservatFischfluss-Canyon, Apollo-11-Höhle
Bwabwata-Nationalpark6274Nationalpark (Wildpark)bewohnt
Dorob-Nationalpark>7800Nationalpark (Naturreservat)
Daan-Viljoen-Wildpark40WildparkWandermöglichkeit
Etosha-Nationalpark22.270Nationalpark (Wildpark)
Groß-Barmen Heiße Quellen1NaturreservatThermalbad
Erholungsgebiet Hardap252WildparkHardap-Staudamm
Khaudum-Nationalpark6274Nationalpark (Wildpark)

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Katja

Ließ sich bei Madiba.de absolut vom „Afrika-Fieber“ anstecken und ist nun voller Begeisterung und Motivation dabei alles über Land und Leute zu erfahren und dies an unsere Leser und Reiseinteressierten weiterzugeben. Ihre bisherigen Reisen führten Sie mehrmals nach Südafrika, Botswana und Simbawbe und Sie kann es kaum erwarten die unzähligen Eindrücke und Erlebnisse zu teilen!

    1 Comment

    1. Pingback: beste Reisezeit Südafrika | Klima & Wetter | Kapstadt bis Krüger Park › Reisemagazin südliches Afrika

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