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Ugly Five Afrikas
Hyäne im Busch

Die „Big Five“ – Elefant, Löwe, Nashorn, Büffel und Leopard – gelten als die beliebtesten Fotomotive Südafrikas. Der Entdeckergeist der Reisenden hat in den letzten Jahren jedoch weitere faszinierende tierische Helden an die Oberfläche gebracht. Nach den „Marine Big 5“ und den „Little Five” werfen wir heute einen Blick auf die „Ugly Five“. 

Hyäne Im Busch
Warzenschwein Beim Fressen
Gnu Im Gras
Geier Auf Baum
Marabu Storch Im Chobe National Park

Die Ugly Five vorgestellt

Mit sechs Vegetationszonen bietet Afrika ein zu Hause für eine sagenhafte Vielfalt an Tieren. Zu Land, Luft und Wasser teilen majestätische Riesen, elegante Akrobaten und flinke Überlebenskünstler ihren Lebensraum und bilden einen der reichsten Biodiversitäts-Hotspots der Welt.

Auf der Suche nach den BIG 5 kann es also durchaus passieren, dass ihr auf ein Mitglied einer ganz anderen Gruppe stößt: Der Ugly 5 und bedeutet „hässlich“ oder „unschön“. Auf den ersten Blick wirkt dieser Name nicht nach einem Kompliment für Warzenschwein, Marabu, Gnu, Hyäne und Geier. Dabei überraschen sie mit faszinierender Optik und bewundernswerten Überlebenstaktiken.

Hyäne

Hyäne beim Baden

Hyäne beim Baden

Kaum ein anderes Tier hat durch die Filmindustrie einen derart schlechten Ruf erhalten wie Hyänen: hinterhältig, skrupellos und feige. Dabei tragen sie durch ihre besonderen körperlichen Voraussetzungen maßgeblich zur Balance des Ökosystems bei.

Hyänen sind Jäger. Trotzdem sind sie anderen Jägern Afrikas einen Schritt voraus: Ihr Gebiss gilt in Relation zu ihrer Größe als das kräftigste aller Säugetiere. Es bietet eine Beißkraft von bis zu 500 Kilopond pro cm², was 4903 Newton entspricht.1  Ihr Verdauungssystem ist in der Lage, Nährstoffe aus Haut und Knochen ihrer Beute zu extrahieren. Das macht sie zu perfekten Aasfressern und natürlichen Putzteufel der afrikanischen Wildnis. Mit ihren messerscharfen Zähnen können sie Knochen und ganze Skelette von weitaus größeren Tieren mit Leichtigkeit zermahlen.

Afrika ist der einzige Kontinent, der allen 3 Hyänenarten – Tüpfel-, Streifen- und Schabrackenhyäne – ein zu Hause bietet. Aber noch leichter als sie live zu sehen ist es, sie zu akustisch zu erleben: Ihr berühmtes “Lachen” kann selbst in 5 km Entfernung noch gehört werden und dient dazu, ihrem Rudel Futterquellen zu signalisieren.

Warzenschwein

Warzenschwein im Addo Park

Warzenschwein im Addo Park

Das Warzenschwein ist dank “König der Löwen” wohl eines der bekanntesten Mitglieder der Ugly 5. Ihre einzigartigen Gesichtswarzen und nach oben ragenden Stoßzähnen machen sie zu einer unverwechselbaren Erscheinung. Bei Flucht oder Angriff können Warzenschweine bis zu 50 Stundenkilometer erreichen. Gleichzeitig stellen sie ihre Nacken- und Rückenmähne sowie die Quaste am Ende ihres Schwanzes auf, was ihnen den Spitznamen „Radio Afrika“ verschafft hat.2

Warzenschweine leben in Gruppen von rund 15 Tieren und gelten trotz der Hitze in Afrika als tagaktiv. Sie verbringen ihr Leben auf Nahrungssuche und durch ihr nicht-territoriales Verhalten profitieren sie davon, sich Futter-, Wühl-, und Raststellen mit anderen Tieren teilen zu können. Auch nachts nutzen sie die unterirdischen Bauten anderer Savannenbewohner als Schutz: alte Termitenbauten, Felslöcher oder Höhlen von Erdferkel, die nachts selbst auf Nahrungssuche gehen.

Gnu

Gnu im Gras

Gnu im Gras

Der Anblick eines Gnus – in Afrika auch Wildebeest “Wildes Biest“ genannt – kann auf den ersten Blick irritierend sein: Der Kopf gleicht dem eines Ochsen, die Mähne erinnert an ein Pferd und die Hörner an einen Büffel. Nur die zarten Hinterbeine lassen erahnen, dass es sich bei diesem Tier in Wirklichkeit um eine afrikanische Antilope handelt.

Trotz seines mächtigen Erscheinungsbildes ist der nomadische Pflanzenfresser eines der sanftesten Tiere Afrikas, der bei Konfrontation lieber das Weite sucht. Vorsicht ist nur in der Brutzeit geboten, wenn mögliche Konkurrenten aggressiv von den Bullen vertrieben werden. Ihre Wanderlust entsteht nicht aufgrund ihres Fluchtverhaltens, sondern wegen ihres Unvermögens, Wasser länger speichern zu können: Um zu überleben, benötigen sie spätestens jeden dritten Tag frisches Wasser.

Besonders beliebt waren Gnus eine lange Zeit auf Grund ihres hochwertigen Fleisches und wurden daher fast bis zu ihrem Aussterben gejagt. Dank vielfältiger Projekte im Naturschutz verzeichnet die Gnu-Population in den letzten Jahren wieder einen langsamen Anstieg3.

Geier

Geier in freier Wildbahn zu entdecken, hat sich in den letzten Jahren als immer schwierigeres Unterfangen herausgestellt. Als Teil der Big Six Birds beeindrucken sie durch ihre fast 3 Meter Flügelspannweite und ihre beachtliche Lebensdauer von bis zu 40 Jahren. Durch Umweltverschmutzung, Vergiftung von Wildtieren und Wilderei gelten sie aber heute als vom Aussterben bedroht.4Geier sind durch menschliches Handeln vom Aussterben bedroht

Im Weltmaßstab als noch ungefährdet gelten Bart-, Gänse-, Mönchs, und Palmgeier. Gefährdet  ist der Ohrengeier und als stark gefährdet gelten Kap- und Schmutzgeier. Gar vom Aussterben bedroht sind Kappen-, Sperber-, Weißrücken- und Wollkopfgeier.

Dabei sind sie – ähnlich wie Hyänen – eine Schlüsselkomponente für die Erhaltung gesunder Ökosysteme und ein Wunderwerk der Natur:

  • Mit ihrem messerscharfen Blick erkennen sie Tierkadaver schon von Weitem,
  • ihr hakenförmiger Schnabel erleichtert ihnen das Zerreißen von Fleisch,
  • ihr kahler Kopf erschwert die Übertragung von Parasiten der Kadaver auf ihr Gefieder und
  • ihre aggressive Magensäure macht es ihnen möglich, Aas mit potenziell ansteckenden Krankheiten ungefährdet zu verdauen.

Damit schützen sie die afrikanischen Wildnis vor dem Ausbruch von Seuchen.

Zu den Big Six Birds zählen: Riesentrappe (Kori Bustard), Kampfadler (Martial Eagle), Sattelstorch (Saddle-Billed Stork), Ohrengeier (Lappetfaced Vulture), Bindenfischeule (Pel’s Fishing-Owl) und der Südliche Hornrabe (Ground Hornbill).

Marabu

Der Marabu gehört zur Familie der Störche und ist der kleine Bruder des Geiers. Mit ihrem kahlen Kopf, der Flügelspannweite von bis zu 3 Metern und ihrer Vorliebe für Aas haben sie einiges gemeinsam. Dennoch bevorzugt der Marabu, anders als der Geier, die Nähe des Menschen.

Besonderes Interesse hat der Marabu aber an Wildfeuer: In sicherer Distanz beobachtet er die Ausbreitung der Flammen und erbeutet die fliehenden Lebewesen. Mit seinem zackenförmigen Schnabel kann der Marabu kleine Vögel, Flamingos, Säugetiere bis hin zu Elefanten zerlegen. Sein Kehlsack dient dabei nicht als Kropf, sondern lediglich der Wärmeregulierung.

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