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Nelson Mandela war von 1994 bis 1999 der erste schwarze Präsident Südafrikas. Er kämpfte viele Jahrzehnte gegen die Apartheid und bereitete den versöhnlichen Übergang zu einem demokratischen Staatswesen vor. Nelson Rolihlahla Mandela wurde am 18. Juli 1918 in Mvezo geboren und starb am 5. Dezember 2013 in Johannesburg. In Südafrika ist er unter seinem traditionellen Clannamen Madiba bekannt, wird oft auch als Tata bezeichnet. Tata bedeutet in der Sprache der Xhosa Vater. Mandela erhielt 1993 den Friedensnobelpreis.

Steckbrief

Name

Nelson Rolihlahla Mandela

Geboren am

18. Juli 1918

Verstorben am

5. Dezember 2013

Geburtsort

Mvezo, Transkei, Eastern Cape, Südafrika

Todesort

Houghton, Johannesburg, Gauteng, Südafrika

Alter

95 Jahre

Größe

1,83m

Sternzeichen

Krebs

Nationalität

Südafrikaner

Grabstätte

Qunu, Südafrika

Beruf

Anti-Apartheid-Kämpfer, Politiker

Eltern

Gadla Henry Mphakanyiswa (Vater)
Nosekeni Fanny (Mutter)

Ehepartnerinnen

Evelyn Mase (1944-1958)
Winnie Madikizela-Mandela (1958-1996)
Graça Machel (1998-2013)

Kinder

Madiba Thembekile (Sohn mit Evelyn)
Makaziwe (Tochter mit Evelyn)
Makgatho Lewanika (Sohn mit Evelyn)
Pumla Makaziwe (Tochter mit Evelyn)
Zenani (Tochter mit Winnie)
Zindziswa (Tochter mit Winnie)

Biografie

Nelson Mandela Nobel Square Kapstadt
Nelson Mandela Nobel Square Kapstadt

Wer ist Nelson Mandela?

Damals, am 18. Juli 1918, als Nelson Mandela in Mvezo, Transkei,  zur Welt kam wurde er von seinem Vater Rolihlahla genannt. In der Sprache der Xhosa ist das ein liebevoller Ausdruck für „Unruhestifter“. Doch später lernte die Welt diesen Jungen unter dem Namen Nelson kennen – seinen englischen Namen. Den Namen Nelson erhielt Mandela an seinem ersten Schultag von seiner Lehrerin – nicht umsonst, denn sein ganzes Leben lang hat Mandela im allerbesten Sinne des Wortes Unruhe gestiftet.

Eine Besonderheit von Mandela ist, dass er sich schon in jungen Jahren als Anwalt in Johannesburg für die Schwächeren einsetzte. Genauso energisch bekämpfte er in jungen Jahren die Apartheid in Südafrika und verbrachte fast 27 Jahre im Gefängnis, weil er für seine Überzeugung eingetreten ist. Er kämpfte dafür, dass jeder, wirklich jeder Südafrikaner, das Recht erhält, zur Wahl gehen zu dürfen. Nach seiner Freilassung 1990 führte er Südafrika zu seinen ersten freien und fairen Wahlen. Am 9. Mai wurde er vom neuen Parlament zum ersten schwarzen Präsidenten des Landes gewählt.

Als sein zweiter Sohn Makgatho Mandela am 6. Januar 2005, im Alter von 54 Jahren, in Johannesburg an den Folgen der Immunschwächekrankheit AIDS starb, nahm er diesen Schicksalsschlag zum Anlass, sein Land über die Krankheit Aids aufzuklären. Er kämpfte für die Armen und engagierte sich für gleichen Zugang zu Bildung. Er forderte die Welt auf, gemeinsam und mit Entschlossenheit gegen die Armut und Rassentrennung zu agieren Taten sollten folgen – nicht nur Worte. Und er hat der ganzen Welt gezeigt, wie viel doch ein einzelner „Unruhestifter“ bewegen kann.

Nach 27 Jahren Gefängnis seinen Peinigern zu vergeben und ein Land zu vereinen, das auch im Bürgerkrieg hätte enden können, ist wohl die größte Leistung dieser „Ikone der Menschlichkeit“. Ob Schwarze, Weiße oder Farbige, ein ganzes Land verehrt einen Mann, der sein Leben dem Freiheitskampf und der Versöhnung gewidmet hat. Südafrika wäre heute ein anderes Land, würde es diesen Mann nicht geben und jeder Südafrikaner ist sich diesem bewusst!

Außerdem haben die Vereinigten Nationen am Geburtstag des Friedensnobelpreisträgers, dem 18. Juli, zum internationalen „Nelson-Mandela-Tag“ ausgerufen.

Gefangenschaft

Ehemalige Zelle von Nelson Mandela | Robben Island
Ehemalige Zelle von Nelson Mandela | Robben Island

Im März 1960 kam es in Sharpeville bei einer gewaltfreien Demonstration des PAC (Pan Africanist Congress), einer Abspaltung des ANC, zu einer Katastrophe. 69 Schwarzafrikaner wurden von der Polizei erschossen und der Tag ging als Massaker von Sharpeville in die südafrikanische Geschichte ein. Der ANC wurde daraufhin von der Regierung verboten und musste sich künftig im Untergrund organisieren.

Auch Nelson Mandela musste von nun an im Untergrund leben, um vor den Übergriffen durch den Staat sicher zu sein. Trotzdem setzte er sich weiter für eine neue Verfassung und die Demokratisierung des Landes ein und gründete 1961 eine bewaffnete Kampforganisation des ANC– den Umkhonto we Sizwe (Speer der Nation).

Er bezeichnete sich nie als Pazifist, die Ziele der Attentate waren jedoch keine Personen, sondern die symbolischen Statuten des weißen Regimes. Für seinen Einsatz gegen die Apartheid wagte Nelson Mandela schließlich eine Reise ins Ausland um dort Unterstützer zu werben. Nach seiner Rückkehr wurde Mandela festgenommen und zu fünf Jahren Haft verurteilt.

1963, ein Jahr später, stand er gemeinsam mit anderen Angeklagten erneut im Rivonia-Prozess vor Gericht. Ihm wurde die Anstiftung zur militärischen Revolution und zu Sabotageaktionen vorgeworfen. Der Staatsanwalt wollte Mandela zum Tode verurteilen, jedoch ließ sich der zuständige Richter nicht darauf ein und verurteilte ihn zu einer lebenslangen Haftstrafe. Für den Angeklagten kam das Urteil einem Freispruch gleich.

Gegenüber einem Freund hatte Nelson Mandela schließlich verlauten lassen, dass er im Falle einer Verurteilung keinen Widerspruch einlegen und sich dem Henker anvertrauen würde. Für 27 Jahre wird Mandela im Gefängnis sitzen. 18 Jahre davon auf der berüchtigten Gefängnisinsel Robben Island.

Erst in den Achtziger Jahren entschärfte sich die Situation langsam. Mandela konnte Robben Island verlassen und wurde zunächst im Pollsmoor – sowie ab 1988 im Victor-Verster-Gefängnis inhaftiert. Hier lebte er in einem eigenen Bungalow und durfte sogar verschiedene Ausflüge unternehmen.

Die Apartheid-Regierung begann zu bröckeln und geriet durch die internationalen Wirtschaftssanktionen immer mehr unter Druck. Der Versuch den populärsten Widersacher freundlich zu stimmen, lag darum nahe. Nelson Mandela jedoch erkannte die Zeichen der Zeit, ließ sich auf diese Bestechungen nicht ein und wartete ab.

Freilassung

Nelson Mandela Bemalung in den Townships
Nelson Mandela Bemalung in den Townships

1990 gestand das Regime seine Niederlage ein. Das Verbot gegen den ANC wurde aufgehoben und damit das Ende der Apartheid eingeläutet. Im Februar verließ Mandela das Gefängnis, die Faust siegreich erhoben – ein Bild das um die Welt ging.

Zwischen 1990 und 1994 führte er die Verhandlungen über politische Reformen mit der südafrikanischen Regierung und sorgte somit für einen sanften Übergang zur neuen Regierung. Zusammen mit de Klerk erhielt er 1993 für sein Bürgerrechtsengagement den Friedensnobelpreis.

Gleichzeitig stand Südafrika in dieser Zeit jedoch kurz vor einem Bürgerkrieg – weiße Rechtsextremisten, ANC-Kämpfer und Zulu-Sympathisanten lieferten sich immer wieder Straßenkämpfe. Mandela richtete sich, nachdem der Kommunist Chris Hani von einem Weißen erschossen wurde, in einer Rundfunkübertragung an die Südafrikaner und appellierte an ihre Menschlichkeit.

Das Blutbad blieb aus und Nelson Mandela wurde 1994 zum ersten schwarzen Präsidenten – von einem bürokratischen Staat, der jedoch wirtschaftlich komplett ruiniert war und mit gewaltigen sozialen Unterschieden zu kämpfen hatte. Bereits fünf Jahre später trat er als Präsident zurück und betätigte sich als Anwalt für verschiedene Menschenrechts-Organisationen.

Mandela reagierte mit seinem Rücktritt auf kritische Stimmen, die vor allem sein unterlassenes Engagement gegen Südafrikas größten Feind, die Aids Erkrankungen, anprangerten. Seinen Mut, sich Fehler einzugestehen – auch darin war er ein Vorbild für viele afrikanische Führer.

Lebenslauf

Nobelpreisträger Nelson Mandela
Nobelpreisträger Nelson Mandela
1918

Geboren als Rohlilahla Mandela am 18. Juli in Mvezo bei Mthatha, Transkei in Südafrika

traditioneller Clanname: Madiba
Vater: Gadla Henry Mandela
Mutter: Nosekeni Fanny
3 Schwestern, 3 Brüder

Zugehörigkeit zum Königshaus der Thembu

Mandela erlebte eine naturverbundene Kindheit in relativem Wohlstand.

1939

Schreibt er sich im University College von Fort Hare in Alice ein. Hier lernt Mandela seinem langjährigen politischen Weggefährten Oliver Tambo, einem späteren Präsidenten des African National Congress (ANC), kennen.

Er studiert die Fächer Englisch, Anthropologie, Politik, „Eingeborenenverwaltung“ und Römisch-Holländisches Recht. Er strebt eine Dolmetscher- oder Beamtenkarriere für das Regierungsministerium für „Eingeborenenangelegenheiten“ an.

1941

Soll er zwangsverheiratet werden und flüchtet darauf nach Johannesburg. In der Anwaltskanzlei Witkin, Sidelsky & Eidelman nimmt er eine Ausbildungsstelle an.

1943

Nelson Mandela beendet sein Fernstudium an der University of South Africa (UNISA) mit einem Bachelor of Arts, worauf er an das University College of Fort Hare zwecks Graduierung zurückkehrt.

Erst 1989, zum Ende seiner Haftzeit, konnte Mandela sein unvollendetes Studium, welches häufig durch seine politische Karriere unterbrochen wurde, an der UNISA mit einem Bachelor of Law abschließen.

1944

Eintritt in den ANC (African National Congress) und Gründung der ANC Youth League mit Walter Sisulu, Oliver Tambo und anderen.

1948

Einführung der Politik der Apartheid


„Apartheid […] war die Kodifizierung aller Gesetze und Vorschriften, die über Jahrhunderte hinweg die Schwarzen gegenüber den Weißen in einer untergeordneten Position gehalten hatten.“ „Die weiße Vorherrschaft“ sollte „mit aller Härte“ gegenüber „Afrikanern, Farbigen und Indern“ „für alle Zeit“ gesichert werden. Dazu wurden Gesetze erlassen, wonach alle Südafrikaner nach „Rassenzugehörigkeit“ eingeteilt, „Mischehen“ verboten, das begrenzte Wahlrecht für Nichtweiße abgeschafft und strikt getrennte Wohnbezirke eingeführt werden sollten. Damit sei die Hautfarbe das einzige und wichtigste Kriterium zur Bewertung des einzelnen geworden.“

1950

Mandela ist Generalsekretär des ANC und besticht durch seine Redegewandtheit bei öffentlichen Auftritten.

1951

Wird er zum Präsidenten der ANC Youth League gewählt.

1952
bis
1956

Mandela öffnet sich dem Marxismus und zu einer Politik, die nicht nach Hautfarbe unterscheidet. Er leitet die Defiance Campaign, arbeitet am Mendela Plan und eröffnet zusammen mit Oliver Tambo die erste allein von Schwarzen geführte Anwaltssozietät Südafrikas unter dem Namen Mandela & Tambo Attorneys.

Aufgrund seines Engagements wird er mehrmals verbannt und darf Johannesburg nicht verlassen und auch nicht an politischen Versammlungen teilnehmen.

1960

Nachdem im März beim Massaker von Sharpeville unbewaffnete Demonstranten erschossen und in der Folge der ANC und andere Anti-Apartheid-Gruppen verboten wurden, unterstützen Mandela und seine Mitstreiter die vom ANC proklamierte Notwendigkeit des gewaltsamen Kampfes gegen die Apartheid.

„Wenn die Reaktion der Regierung darin besteht, mit nackter Gewalt unseren gewaltlosen Kampf zu zermalmen, so werden wir unsere Taktik zu überdenken haben.“

Die Zeit der friedlichen Umwälzungsversuche erklärte er für beendet.

1961

Im Dezember wird Mandela Anführer des bewaffneten Flügels des ANC, der zunächst beschließt, Sabotageakte durchzuführen und dabei möglichst keine Menschenleben zu gefährden.

1962

Am 05. August wird Mandela als Chauffeur verkleidet außerhalb der Ortschaft Howick in KwaZulu-Natal verhaftet. Mit der Festnahme beginnt seine insgesamt 27-jährige Haft in diversen Gefängnissen, die ihm zum wohl berühmtesten politischen Gefangenen der Welt machten.

1964

Nelson Mandela kommt nach Robben Island vor die Küste Kapstadts, um auf der damaligen Gefängnisinsel isoliert zu werden. Während seiner Haftzeit belegt er Fernkurse für den Bachelor of Law an der London University.

1991

Mandela wird am 11. Februar aus der Haft entlassen. 

Staatspräsident Frederik de Klerk hatte den Befehl gegeben und wenige Tage zuvor das Verbot des ANC aufgehoben. Wenige Tage nach seiner Freilassung hält er eine Rede im FNB-Stadion in Johannesburg und leitet damit öffentlich seine Politik der Versöhnung (reconciliation) ein. Sein Ziel ist es, das Land am Kap ohne Verbitterung in die Freiheit und Demokratie zu führen und allen Bürgern gleiche Rechte und ein Leben in Würde zu garantieren.

1993

Im Februar wird eine Vereinbarung über freie Wahlen und eine fünfjährige Übergangsregierung der nationalen Einheit erzielt. Mandela und de Klerk erhalten für diese Leistung 1993 gemeinsam den Friedensnobelpreis.

1994

Am 9. Mai wird Nelson Mandela vom neuen Parlament zum ersten schwarzen Präsidenten des Landes gewählt. In diesem Jahr erscheint ebenfalls seine Autobiografie. Dort schreibt er:

„Während dieser langen, einsamen Jahre (der Haft) wurde aus meinem Hunger nach Freiheit für mein eigenes Volk der Hunger nach Freiheit aller Völker, ob weiß oder schwarz. […] Ein Mensch, der einem anderen die Freiheit raubt, ist ein Gefangener des Hasses. […] Der Unterdrückte und der Unterdrücker sind gleichermaßen ihrer Menschlichkeit beraubt. Als ich das Gefängnis verließ, war es meine Aufgabe, beide, den Unterdrücker und den Unterdrückten zu befreien.“ Doch ein langer, noch schwierigerer Weg stehe noch bevor. „Denn um frei zu sein genügt es nicht, einfach nur die Ketten abzuwerfen, sondern man muss so leben, dass man die Freiheit des anderen respektiert und fördert.“

Während seiner Regierungszeit werden zahlreiche Gesetze der Apartheidszeit widerrufen, Armee und Polizei neu gegründet, Kinder unter sechs Jahren, schwangere und stillende Mütter erhalten Gesundheitsfürsorge. Ab 1996 ist die „Primäre Gesundheitsfürsorge“ für alle Südafrikaner kostenfrei. Er sorgt für den Anschluss von 2 Mio. Haushalten an das Stromnetz, 3 Mio. erhalten einen Wasseranschluss und 750.000 Häuser werden neu gebaut.

1999

Am 29. März hält er seine Abschiedsrede und scheidet aus der aktiven Politik aus. Am 19. August gründet er die Nelson Mandela Stiftung, in deren Mittelpunkt die ideelle Fortsetzung seines Lebenswerkes und die Geschichte der Antiapartheidsbewegung steht.

2010

Zur Abschlussfeier der Fußballweltmeisterschaft in Südafrika, am 11. Juli, war Mandela kurzzeitig anwesend. Es war sein letzter öffentlicher Auftritt.

2013

Im Juni wird Mandela in der Mediclinic Heart Hospital, Pretoria stationär aufgenommen.

Bereits während seiner Gefangenschaft erkrankte er an Tuberkulose und hat seitdem immer wieder Probleme mit seiner Lunge. Zahlreiche hochrangige Politiker und persönliche Wegbegleiter besuchen ihn am Krankenbett. Vor der Klinik versammeln sich täglich viele Menschen, um Genesungswünsche zu äußern, zu beten und zu singen.

Im September wird Nelson Mandela nach Hause entlassen. Am 05. Dezember stirbt Mandela im Kreise seiner Familie an den Folgen der Lungenentzündung.

Präsident Zuma verabschiedete seinen Vorgänger mit den Worten: „Unsere Nation hat ihren größten Sohn verloren.“

unbekannte Geschichten aus dem Leben Nelson Mandelas

Neben den zahlreichen belegten Informationen und Veröffentlichungen in und um Mandelas Leben, gibt es noch die ein oder andere Geschichte, welche noch nicht den Weg in die breite Öffentlichkeit gefunden hat. Ob dies absichtlich geschieht oder aufgrund von Mangel an Beweisen – darüber lässt sich nur spekulieren. Wir haben für euch einige dieser Geschichten zusammengetragen. Natürlich ohne Anspruch auf Vollständigkeit und Richtigkeit.

  • Die meisten Gerüchte ranken sich vermutlich um seine Festnahme im Jahr 1962 auf einer Landstraße in Durban. Mandela soll als Chauffeur verkleidet gewesen sein, als die Polizei in festnahm. Der ausschlaggebende Tipp soll dabei vom US-amerikanischen Geheimdienst CIA gekommen sein. Aus Angst der ANC könne mit sowjetischer Unterstützung zum Sturz des südafrikanischen Regimes führen, veranlasstem die Amerikaner dazu Mandelas Bewegungsprofil an die südafrikanische Regierung weiterzuleiten. Diese Enthüllung beweist einmal mehr, dass dieses Vorgehen keine Komplott-Theorie sei, sondern ein wiederkehrendes Motiv in Afrika.
  • Während seiner 27 Jahre andauernden Haft soll er mehrmals in den Genuss geheimer Kapstadtbesuche gekommen sein. So schreibt Mandela in seiner Autobiografie „Der lange Weg zur Freiheit“, ein Gefängniswärter habe ihm am Heiligen Abend 1986 gefragt, ob er nicht die Stadt sehen wolle. Mandela willigte ein und so fuhren die beiden die atemberaubende Klippenstraßen mit Blick auf den Atlantischen Ozean entlang. Sie schlängelten sich mehrere Stunden lang durch die Stadt und beobachteten weiße Südafrikaner beim Einkaufen, beim Gassi gehen mit ihren Hunden oder beim Genießen der Sonne.
  • Ein Jahr zuvor lehnte Mandela übrigens seine Entlassung aus Robben Island ab, weil diese an ein Verbot von öffentlichen Reden und den Kampf gegen die Apartheit gekoppelt war.
  • Sein Lieblingsgedicht während der Haft war „Invictus“. Ein 4-strophiges viktorianisches Gedicht von William Ernest Henley.

INVICTUS

Aus finstrer Nacht, die mich umragt,
durch Dunkelheit mein’ Geist ich quäl.
Ich dank, welch Gott es geben mag,
dass unbezwung’n ist meine Seel.

Trotz Pein, die mir das Leben war,
man sah kein Zucken, sah kein Toben.
Des Schicksals Schläg in großer Schar.
Mein Haupt voll Blut, doch stets erhob’n.

Jenseits dies Orts voll Zorn und Tränen,
ragt auf der Alp der Schattenwelt.
Stets finden mich der Welt Hyänen.
Die Furcht an meinem Ich zerschellt.

Egal, wie schmal das Tor, wie groß,
wieviel Bestrafung ich auch zähl.
Ich bin der Meister meines Los’.
Ich bin der Käpt’n meiner Seel.

  • Doch auch nach seiner Freilassung konnte Mandela sich nicht in vollständiger Sicherheit wähnen. 2002 verübte eine rechtsextremistische Gruppe mehrere Anschläge in Johannesburg, darunter auch im Township Soweto, wo Mandela sich häufig aufhielt. Einem Zufall ist es zu verdanken, dass Mandela an diesem Tag nicht die gewohnte Strecke fuhr.
  • Darüber hinaus wurde Nelson Mandela erst 2008 von der CIA Terrorliste der Vereinigten Staaten gestrichen. Bis dahin durfte er nur mit einer Sondergenehmigung in die USA einreisen.

Top 10 Zitate von Nelson Mandela

1.

Niemand wird geboren, um einen anderen Menschen zu hassen. Menschen müssen zu hassen lernen und wenn sie zu hassen lernen können, dann kann Ihnen auch gelehrt werden zu lieben, denn Liebe empfindet das menschliche Herz viel natürlicher als ihr Gegenteil.

2.

Unsere tiefgreifendste Angst ist nicht, dass wir ungenügend sind. Unsere tiefste Angst ist, über das Messbare hinaus kraftvoll zu sein.

3.

Es ist unser Licht, nicht unsere Dunkelheit, das uns erschreckt.

4.

Und wenn wir unser eigenes Licht erscheinen lassen, geben wir unbewusst anderen Menschen die Erlaubnis dasselbe zu tun.

5.

Wir fragen uns, wer bin ich, mich brillant, großartig, talentiert, phantastisch zu nennen? Aber wer bist Du, Dich nicht so zu nennen? Du bist ein Kind Gottes.

6.

Einem Menschen seine Menschenrechte verweigern bedeutet, ihn in seiner Menschlichkeit zu missachten.

7.

Frei zu sein bedeutet nicht nur, seine eigenen Fesseln zu lösen, sondern ein Leben zu führen, das auch die Freiheit anderer respektiert und fördert.

8.

Ich wusste ganz klar, dass der Unterdrücker ebenso frei sein muss wie der Unterdrückte. Ein Mensch, der einen anderen Menschen seiner Freiheit beraubt ist Gefangener seines Hasses, er ist eingesperrt hinter den Gittern seiner Vorurteile und seiner Engstirnigkeit.

9.

Jeder kann über sich hinauswachsen und etwas erreichen, wenn er es mit Hingabe und Leidenschaft tut.

10.

Was im Leben zählt, ist nicht, dass wir gelebt haben. Sondern, wie wir das Leben von anderen verändert haben.

Nelson Mandelas Heimatland entdecken

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Bücher über Nelson Mandela

Im folgenden Stellen wir euch die wichtigsten Bücher über Nelson Mandela vor – von der Autobiographie bis hin zu unserem Geheimtipp des ehemaligen Gefängniswärters auf Robben Island.

Nelson Mandela: Der lange Weg zur Freiheit

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Buchbeschreibung

Eine fast drei Jahrzehnte währende Gefängnishaft ließ Nelson Mandela zum Mythos der schwarzen Befreiungsbewegung werden. Kaum ein anderer Politiker unserer Zeit symbolisiert in solchem Maße die Friedenshoffnungen der Menschheit und den Gedanken der Aussöhnung aller „Rassen“. Der ehemalige südafrikanische Präsident und Friedensnobelpreisträger war ein Unikum.

Auch nach seinem Tod finden seine ungebrochene Charakterstärke und Menschenfreundlichkeit die Bewunderung aller friedenswilligen Menschen auf der Welt. Mandelas Lebensgeschichte ist über die politische Bedeutung hinaus ein spannend zu lesendes, kenntnis- und faktenreiches Dokument menschlicher Entwicklung. Die meisten Menschen hätten unter diesen Bedingungen und Fährnissen, innerlich wie äußerlich kapituliert.

Nelson Mandela: Bekenntnisse

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Buchbeschreibung

Dem Aufruf des charismatischen Friedensnobelpreisträgers zur Versöhnung folgten alle Südafrikaner. Zum ersten Mal öffnet Nelson Mandela, die Ikone der Freiheitsbewegung Südafrikas, sein privates Archiv: „Ein Archiv zu haben heißt, ein Schatzhaus haben“, sagt Nelson Mandela. Erstmals macht der Vater der Regenbogen-Nation nun sein privates Archiv zugänglich: „Bekenntnisse“ enthält die persönlichen Notizen, Tagebuchaufzeichnungen und Briefe aus über fünf Jahrzehnten seines Lebens.

Darunter befinden sich nie veröffentlichte Dokumente:

  • wie die Briefe an seine Frau Winnie aus der Zeit der Gefangenschaft auf Robben Island
  • die Korrespondenz mit den engsten Freunden
  • das Tagebuch, aus dem er nach dem Tod seines Sohnes Thembi die Kraft zum Weiterleben schöpfte
  • die Notizen und Betrachtungen, die er als erster schwarzer Präsident Südafrikas niederschrieb.

Goodbye Bafana - Nelson Mandela My Prisoner, my Friend

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Geheimtipp: In diesem Buch schreibt der ehemalige rassistische Gefängniswärter James Gregory über seine Zeit mit Nelson Mandela und wie diese über die Jahre zu Freunden wurden. Ein einzigartiger Einblick über den Menschen Nelson Mandela, leider gibt es das Buch nur auf Englisch.

Nelson Mandela: Ein Leben für Freiheit und Versöhnung

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Der ehemalige französische Kulturminister zeichnet in dieser Biographie die Errungenschaften und Verdienste Nelson Mandelas im Kampf gegen die Apartheid nach und beschreibt das politische Vermächtnis des Friedensnobelpreisträgers.

Dare Not Linger - Wage nicht zu zögern

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Nelson Mandela - Rebell, Häftling, Präsident

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Mandela: Das autorisierte Porträt - Ein Bildband

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Meine afrikanischen Lieblingsmärchen

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Filme über Nelson Mandela

Im folgenden Stellen wir euch die spannendsten Filme über Nelson Mandela vor – von seiner Autobiographie bis hin zu Invictus, als Rugby das neue Südafrika begründete.

Mandela: Der lange Weg zur Freiheit

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Mit dem Film „Mandela – Der lange Weg zur Freiheit“ kommt seine außergewöhnliche Lebensgeschichte auf die Leinwand und setzt dem Verstorbenen Bürgerrechtler ein würdiges Denkmal.

Filmkritik

Es gibt sehr wenige Menschen auf der Welt, die den Namen Nelson Mandela noch nie gehört haben – und wenige, die ihm nicht mit Respekt begegnen. Aber wie verfilmt man das Leben einer so bedeutenden Persönlichkeit? Regisseur Justin Chadwick erzählt in „Mandela – Der lange Weg zur Freiheit“ den beschwerlichen Weg von Mandela zum Nationalhelden und ersten schwarzen Präsidenten von Südafrika.

Würdevoll, jedoch in keiner Weise glorifizierend, sollte die Biografie werden. Diese schwierige Gratwanderung ist Chadwick, bekannt durch seinen Film „Die Schwester der Königin“, durchaus geglückt. Entstanden ist ein bewegender Film, welcher bildgewaltig die persönliche Geschichte eines Mannes porträtiert, der entgegen aller Widerstände konsequent für sein Land und ein besseres Leben für die schwarze Bevölkerung kämpft. Aber Chadwick zeigt auch die menschliche Seite von Mandela – einen Friedensnobelpreisträger, der trinkt, mit schönen Frauen flirtet und sich mit Schusswaffen und Bomben beschäftigt.

Im Jahr 2009 hatte sich bereits Clint Eastwood mit seinem Film „Invictus“ mit Nelson Mandela auseinandergesetzt. Damals spielte Morgan Freeman den ersten farbigen Präsidenten und verkörperte den Staatsmann eindrucksvoll in seinen Bemühungen, den Hass zwischen Schwarzen und Weißen zu überwinden. „Mandela – Der lange Weg zur Freiheit“ beruht nun auf der gleichnamigen Autobiografie von Nelson Mandela und schildert das gesamte Leben des Südafrikaners, beginnend während der Mannwerdung bei einem Initiationsritus in seinem Heimatdorf, über seinen Weg zum Freiheitskämpfer und die langen Jahre im Gefängnis, bis hin zur Vereidigung.

Der Film beginnt mit malerischen Aufnahmen von der Landschaft Südafrikas. In einem afrikanischen Dorf schminken sich junge Afrikaner für eine Zeremonie in einer Lehmhütte. Einer von ihnen ist Nelson. Den europäisch klingenden Namen hat ihm ein Lehrer an seinem ersten Schultag gegeben. Von seinem Vater wurde er zu Ehren seiner Herkunft aus der Königsfamilie der Thembu stattdessen Rolihlahla, „der Unruhestifter“, getauft. Doch Unruhe wollte er nicht stiften und ging für eine Ausbildung zum Juristen nach Johannesburg. In den 40er Jahre herrscht nach wie vor Apartheid und so wurde er selbst als Jurist nur als ein Mensch der zweiten Klasse betrachtet. Durch sein persönliches Erleben und das Schicksal von Freunden verliert Mandela den Glauben daran sich durch Bildung und harte Arbeit einen Platz in der (weißen) Gesellschaft zu verschaffen. Tritt schließlich dem ANC, African National Congress, der einstigen Freiheitsbewegung und heutigen Regierungspartei bei. Er geht für die Rechte der schwarzen Bevölkerung auf die Straße und kämpft gegen Apartheid sowie britische Vorherrschaft in Südafrika. Mandela wird zu einem der Anführer und muss sein Familienleben mit seiner Frau Winnie, gespielt von Naomie Harris – bekannt aus „Skyfall“ sowie „Fluch der Karibik“, und den Kindern aufgeben und in den Untergrund gehen. Auf einer abgelegenen Farm, wo die Gruppe auch Bomben baut, werden sie entdeckt und verhaftet. Für Mandela beginnen 27 einsame und harte Jahre im Gefängnis auf der Insel Robben Island vor Kapstadt. Er muss in einem Steinbruch arbeiten – lebenslang lautet das Urteil.

Deutlich vermittelt der Film den intensiven Einfluss, den Mandela auf das südafrikanische Volk hatte. Jedoch lässt sich das Bestreben der Filmemacher, bei einem solchen Leben wie dem von Mandela immer den richtigen Focus zu setzen, nicht immer umsetzen. Der Wunsch so viel wie möglich seiner Biografie zu zeigen, sorgt an manchen Stellen für eine gehetzte und überzeichnete Erzählweise. Außerdem spart der Film, vermutlich aus Gründen der dramaturgischen Vereinfachung aus, dass der echte Mandela auch als Student schon politisch aktiv war und rebellierte.

Doch besonders durch Hauptdarsteller Idris Elba, zuletzt in „Prometheus“ und „Thor“ zu sehen, gewinnt der Protagonist seine charismatische Wirkung. Er trägt mit seiner kraftvollen und ideenreichen Darstellung den Film und macht Mandela zum weltweiten Symbol für friedlichen Widerstand. Außerdem altert er auf überzeugende und wenig plakative Art. Dieser Prozess wird durch die gelungene Maske sowie durch seine reifere und später tattriger werdende Gestik und Mimik dargestellt. Die Spielweise macht somit Mandelas Entwicklung zum gütigen „Tata Madiba“ deutlich.

Nelson Mandela selbst hat den fertigen Film nicht mehr anschauen können, sondern bekam zu Hause im Voraus nur Auszüge zu sehen. Er war Anfang November 2013 bereits zu geschwächt, um bei der südafrikanischen Premiere in Johannesburg dabei zu sein. Als er am 5. Dezember 2013 im Alter von 95 Jahren verstarb, fand genau zu diesem Zeitpunkt die Europapremiere in London statt. Seine Tochter Zindzi Mandela, die bei der Premiere anwesend war, wurde noch während des Filmes von Tod ihres Vaters in Kenntnis gesetzt. Viele der prominenten Gäste erfuhren nach dem Abspann vom Tod des bedeutenden südafrikanischen Staatsmannes.

Am 30. Januar 2014 startete der 140 Minuten lange Film in den deutschen Kinos. Wer sich Mandelas Kampf für Freiheit, Gleichheit und Unabhängigkeit noch einmal deutlich vor Augen führen will, sollte sich diese poetische Liebeserklärung nicht entgehen lassen.

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Invictus - Unbezwungen

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Kurz nach dem Ende der Apartheid in Südafrika brachte eine Rugby Weltmeisterschaft dem Land eine unerwartete Einheit, die auch der Präsident zu nutzen wusste.

Emotional erzählte Geschichte über den wahren Beginn der Versöhnung in Südafrika

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Goodbye Bafana

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Der Film erzählt von dem südafrikanischen Rassisten James Gregory, der als Gefängniswärter auf Robben Island arbeitet und dessen Leben grundlegend durch die Begegnung mit einem schwarzen Gefangenen, den er zwanzig Jahre lang bewacht, verändert wird.

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Madiba – Das Vermächtnis des Nelson Mandela

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In dem Dokumentarfilm von Regisseur Khalo Matabane aus dem Jahr 2013 versucht Matabane die verschiedenen Facetten von Tata Mandela zu beleuchten.

Filmkritik

Ganz unterschiedliche Menschen kommen dabei zu Wort – Weggefährten Mandelas, politische Gegner, Unterstützer der Apartheid, Literaturwissenschaftler, Nobelpreisträger, Alte, Junge, Schwarze, Weiße, Reiche und Menschen aus den Townships. Sie alle setzten ihre Hoffnungen in ihn, den ersten frei gewählten schwarzen Präsidenten Südafrikas. Sie alle hatten ganz unterschiedliche Erwartungen an seine Amtszeit (1994 bis 1999). Viele wurden enttäuscht, denn sie hofften auf die Revolution, die ihnen versprochen wurde, hofften auf Freiheit, Gleichberechtigung, auf ein besseres Leben.

So sehen drei Jugendliche aus einem Township Mandelas Regierungszeit durchaus kritisch. Mandela brachte Freiheit, Schwarze können die gleichen Schulen besuchen wie Weiße, haben die gleichen beruflichen Chancen, aber an der Lebenssituation hat sich nichts geändert. Arme bleiben arm. Mandela kehrte in ein wohlhabendes Leben zurück. Ein Leben, das durch die Arbeit seiner armen Landsleute ermöglicht wurde. Das klingt krass – klingt nach großer Frustration. Was sind Mandelas Verdienste? Was hinterlässt er? Kann man Nelson Mandela auch für die momentane Situation in Südafrika verantwortlich machen? Was hätte er anders machen sollen?

Da äußert sich Colin Powell, Außenminister unter George W. Busch 2001 – 2005, positiv zu Mandela, fast freundschaftlich; Bundespräsident Joachim Gauck spricht vom Handreichen und der Vergebung, die er ehemaligen Stasi-Informanten zuteil habe werden lassen –  ein gewagter Vergleich. Man sieht Bilder von Künstlern die sich mit Madiba ablichten lassen, um sich in dessen Glanz zu sonnen und ihr Gutmenschentum zu demonstrieren.

Antworten gibt der Film keine. Er bleibt oberflächlich, allgemein – ein bisschen Schwarz-Weiß-Malerei. Man ist erschlagen von den Menschen, den Bildern, die Khalo Matabane, 1974 geboren in Limpopo, Südafrika, zeichnet. Einen roten Faden gibt es nicht; eher eine 85-minütige Auseinandersetzung des Regisseurs mit seinem eigenen Leben in der Gegenwart eines übermenschlichen Mythos. Das zeigt auch der Originaltitel des Films „Nelson Mandela: The Myth and Me“.

Fazit

Mahnmal aus Apartheid-Zeiten
Mahnmal aus Apartheid-Zeiten

Mandela hat es geschafft, den Bürgerkrieg in Südafrika zu verhindern – er hat die schwarzen Südafrikaner befreit – aber er hat keine bessere Zukunft gebracht. Das konnte er auch nicht. Er war ein alter Mann, eine Vaterfigur, die für Frieden und Verständnis warb. Seine Nachfolger sollten sein Vermächtnis weiterführen. Konnten ihre Chance, Südafrika besser zu gestalten, aber bisher nicht nutzen. Die Regierung ist korrupt.

„Man lebt wie auf einem Pulverfass und über kurz oder lang explodiert es“, findet Thabo Thindi, ein in Berlin lebender Künstler aus Südafrika. Er war zehn Jahre als Mandela aus der Haft entlassen wurde; barfuß ist er dem Held entgegengelaufen als dieser sein Township besuchte.

Für ihn ist alles gut gelaufen – gute Schule, Studium, guter Job. Aber er kennt auch die Schattenseite, die wohnt gleich auf der anderen Straßenseite – arme Menschen ohne Chance. In der eigenen Familie gäbe es diese Gegensätze auch, so Thindi, der die Lebenswege der während der Apartheid geflohenen Südafrikaner mit seiner Kunst nach zu zeichnen versucht.

Carolin

Carolin

Die Freude am Reisen, das Erkunden fremder Länder und der Umgang mit deren Kulturen sind Carolins große Leidenschaft! Im Sommer 2013 beendete Sie erfolgreich ihr Bachelorstudium im Tourismusmanagement und machte damit ihre Leidenschaft zum Beruf. Zahlreiche Reisen führten sie unter anderem bereits nach Alaska, Kanada, Mexico, Mauritius, Kenia und Südafrika. Aber ein Erlebnis ist ihr ganz besonders im Gedächtnis geblieben: das Schlafen unter freiem Sternenhimmel in Namibia. Bei Madiba.de kümmert sie sich um ihre Reiseanfragen- und Unterlagen sowie, in Zusammenarbeit mit Daniel, um die Planung neuer Reisen.

Dieser Beitrag hat 3 Kommentare
  1. Nelson Mandela ist tot wie seine Vision von einer Regenbogennation.
    Er wird von seinen eigenen Leuten als Verräter angesehen weil er das Land an die Weißen verkauft hat.
    Korruption und Kriminalität steigen von Jahr zu Jahr.

    1. Hallo Michael, schade das du Mandela so negativ siehst. Mit kritischen Punkten könnten wir umgehen, wenn wir die Hintergründe verstehen. Diese möchten wir gern ergründen, denn nur deinen Unmut zu äußern hilft uns und allen Lesern nicht weiter.

      • Warum hälst du seine Vision für gestorben?
      • Welche Leute sehen ihn als Verräter?
      • Gibt es hierzu Quellen in die wir uns einlesen können?

      Korruption & Kriminalität
      Laut Korruptionswahrnehmungsindex (siehe Wikipedia) bewegt sich der Wert in Südafrika zwischen 45 und 42 (seit 2012). Laut CPI-Ranking aus dem Jahr 2018 lag der Wert bei 43 und rangierte in Vergangenheit zwischen 49 und 37. Ein höherer Wert wird mit einer geringen Zahl an Korruption gleichgesetzt. Dänemark lag 2018 auf dem ersten Platz (88), Deutschland auf Platz 11 mit einem Wert von 80. Platz 180 belegte Somalia mit 10.
      Siehe hierzu gern: https://www.madiba.de/blog/suedafrika-in-zahlen/#standardzahlen

      Deine Aussage, dass die Korruption in Südafrika über die Jahre ansteigt, kann ich nicht nachvollziehen.

      Die Kriminalität objektiv zu bewerten halte ich für sehr kompliziert. Die Tötungsrate lag 2016 bei 34,0 – was 19.016 Tötungen entsprach. Die Zahl entspricht dem Verhältnis zu 100.000 Einwohnern. Sprich auf 100.000 Einwohner wurden 34 Menschen ermordet. Für das Jahr 2017 habe ich einen Wert von 35,9 entdeckt (siehe Wikipedia). Ist somit tatsächlich mehr geworden. Ob dies für einen allgemeinen Anstieg der Kriminalität spricht, kann ich nicht bewerten. Allerdings lag der Wert im Jahr 1995 noch bei 63,9 und 2000 bei 47,5 sowie 2005 bei 38,0.
      2010 wurde mit 30,8 der niedrigste Stand gemessen, der derzeit leicht ansteigend ist.

      Basiert deine Meinung auf andere Punkte/Aspekte?

      Ich finde deine negative Sichtweise zumindest traurig und besorgniserregend. Wie kommt es dazu?

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