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Das Erdmännchen-Who-is-Who
Mehrere Erdmännchen in Südafrika auf ihrem Wachposten

Erdmännchen gehören zu den Tieren, denen sich wohl niemand entziehen kann. In den Zoos auf der ganzen Welt gehören sie zu den beliebtesten Bewohnern, da es sehr beeindruckend ist, ihr ausgeprägtes soziales Verhalten zu beobachten. Aber die kleinen Gesellen in Afrika in freier Wildbahn zu erleben, ist noch einmal etwas ganz anderes und ein besonderer Moment.

30 Fragen und Antworten rund um die possierlichen Tiere aus Afrika in unserem Tierlexikon. 

Einleitung

Erdmännchen hält Ausschau

Ständig wird die Umgebung kontrolliert.

Erdmännchen gehören zur Familie der Mangusten und sind mit den Mungos verwandt. Ihre Nahrung besteht jedoch im Gegensatz zu den Mungos nicht aus Schlangen, sondern sie ernähren sich überwiegend von Insekten. Während ein Großteil der Koloniebewohner nach Nahrung sucht, die Jungen betreut oder am Bau herumwerkelt, gibt es immer einige die Wache halten. Sie sitzen hoch aufgerichtet auf ihren Hinterbeinen und beobachten die Umgebung. Durch ihren stark entwickelten Geruchssinn und die scharfen Augen, können sie eventuelle Gefahren sehr schnell ausmachen. Mit einem schrillen Alarmruf werden die anderen gewarnt, und sofort sind alle im Bau verschwunden.

Steckbrief

Die wichtigsten Fakten in wenigen Zeilen.

SteckbriefInformationen
KlasseMammalia (Säugetiere)
OrdnungCarnivora (Fleischfresser & Raubtiere)
FamilieViverridae (Schleichkatzen) bzw. Herpestidae (Mangusten)
GattungSuricata (Erdmännchen)
Verbreitungsüdliches Afrika
LebensraumSavanne, Wüste und trockene Ebenen
Aktivitätstyptagaktiv
Größe25 bis 35 cm (Schwanzlänge bis 25 cm)
Gewicht500 bis 1000 Gramm
Alter5 bis 15 Jahr, etwa 12 Jahre in Zoos
Geschlechtsreifenach etwa 10 bis 12 Monaten
Paarungszeitganzjährig
Tragezeitetwa 11 Wochen (circa 77 Tage)
Größe des Wurfs2 bis 4 Jungtiere
NahrungAmphibien , Insekten, kleine Säugetiere, Skorpione
FeindeGreifvögel (Bsp.: Falken), Schakale, Wildhunde und Wildkatzen, Schlangen

Erdmännchen in freier Wildbahn

  1. Wo leben Erdmännchen auf unserer Erde?

Sie leben in der afrikanischen Halbwüste, vorrangig in den trockenen und halbtrockenen Gebieten der Halbwüsten und Savannen in Südafrika, Namibia und Botswana. Wilde Tiere können in Südafrika bei geführten Meerkat-Safaris in Oudtshoorn in der Klein Karoo Halbwüste und in Botswana in der Kalahari Wüste erlebt werden. Hier gibt es einige wenige Familien, die an Fahrzeuge und Menschen gewöhnt sind und mit einem erfahrenen Ranger erfährt man viele spannende Details über die Lebensweise dieser besonderen Tierart. Ihr bevorzugter Lebensraum ist die Savanne.

Erdmännchen Safari in der Buffelsdrift Game Lodge

Alle leben gemeinsam in einem Bau. Nicht selten wird dieser Bau von Erdhörnchen übernommen und erweitert.

  1. Wie groß und schwer können Erdmännchen werden?

Erdmännchen sind etwa so groß wie ein Wiesel und wiegen zwischen 700 und 1400 Gramm. Durch ihr „Männchen-Machen“, also auf den Zehenspitzen stehen, wirken sie aber meist größer als sie tatsächlich sind.

  1. Wie kann der Körperbau beschrieben werden?

Der Körper von Suricaten ist schlank uns leicht gebaut. Sie erreichen eine Körperlänge (Kopf bis Rücken ohne Schwanz) von fast 35 cm und ihr Schwanz kann etwa 20 cm lang werden.

Ihr Fell besitzt ein rötlich gefärbtes Unterfell und ist ansonsten hellgrau mit dunklen Querstreifen. Das Ende des Schwanzes ist schwar gefärbt. Die vier Zehen sind an den Vordepfoten zu Grabschaufeln umgestaltet.

Die kleinen, dunklen Ohren bilden einen Kontrast zum hellen Kopf.

  1. Haben die dunklen Ringe um die Augen eine Bedeutung?

Die dunklen Flecken um die Augen verhindern, dass die Sonne beim Blick in die Ferne blendet. Der Effekt kann bei Sportlern ebenfalls beobachtet werden. Im Football beispielsweise malen sich die Spieler unterhalb der Augen schwarze Streifen. Diese verhindern ein Blenden von unten und sollen eine bessere Sicht, gerade bei Flutlicht, bewirken.

  1. Warum können die Ohren zugeklappt werden?

Damit beim alltäglichen Graben kein Sand in die Gehörgänge gelangt, können sie ihre Ohren zuklappen.

  1. Wie leben Erdmännchen in freier Wildbahn?

Erdmännchen sind sehr sozial, lebhaft und tagaktiv und leben in einer großen Gemeinschaft (Clan). Sie bauen sich Höhlen im Boden mit tiefen und verzweigten Gängen und vielen Schlupflöchern.

  1. Wie bekommen Erdmännchen ihren Nachwuchs und wie ziehen sie ihn auf?

Die Tragezeit dauert rund 11 Wochen. Bis zu vier Jungtiere erblicken das Licht der Welt. Obwohl das so nicht korrekt ist, denn am Anfang sind sie blind und fast nackt. Das Gewicht liegt bei lediglich 40 – 60 Gramm und sie werden von ihrer Mutter gestillt. Nach zwei Wochen öffnen die Kleinen erstmals die Augen und mit etwa fünf Wochen beginnen sie selbstständig feste Nahrung zu fressen. Mit etwa einem Jahr sind Surikate (vom lateinischen Namen Suricata suricatta) ausgewachsen. Dann sind sie fortpflanzungsfähig und könnten für eigenen Nachwuchs sorgen. Allerdings dürfen sich in einem Familienverbund nur das Alpha-Weibchen und das Alpha-Männchen fortpflanzen. Das geschieht, je nach Nahrungsressourcen und Wetterlage, rund ein bis dreimal pro Jahr.

  1. Was fressen Erdmännchen am liebsten?

Erdmännchen sind Beutegreifer. Sie fressen Insekten, Skorpione, Käfer, kleine Wirbeltiere, Reptilien, Vögel und deren Eier. Manchmal ernähren sie sich auch vegetarisch von Beeren, Wurzeln und Knollen. Gegen das meiste Gift von Skorpionen und Schlangen sind die Raubtiere immun. Da sich die Scharrtiere im Umkreis ihrer Höhlen am wohlsten fühlen, wird das Territorium „leergefressen“ bis die Kolonie weiter ziehen muss. Über ihren scharfen Geruchssinn wird die Nahrung vor dem Verzehr geprüft. Dabei nehmen sie eine aufrechte Haltung ein und halten die Mahlzeit mit ihren kräftigen Krallen fest.

  1. Was machen Erdmännchen den ganzen Tag über?

Die meisten Surikate fressen den ganzen Tag, buddeln oder liegen faul in der Sonne. Auf der Suche nach Nahrung scharren sie über den Erdboden, wodurch sie auch als „Scharrtiere“ bezeichnet werden. Ein Gruppenmitglied ist der Wächter: Er hält Ausschau nach Feinden und warnt die Gruppe vor diesen Gefahren mit einem Warnruf.

Zwei Erdmännchen auf Wachposten

Zwei Erdmännchen auf Wachposten

  1. Nach welchen Feinden wird geschaut? Wer frisst Erdmännchen?
Typische Pose: Ausschau/Überwachung der Umgebung

Typische Pose: Erdmännchen hält Ausschau

Sobald der Wachposten einen Falken, Schakal oder eine Schlange sieht, wird charakteristisch gebellt und die Kolonie sucht Zuflucht im Bau. Als Feinde gelten folgende Gattungen:

  • Greifvögel
  • Wildhunde
  • Wildkatzen
  • Schlangen

Durch ihr gutes Gedächtnis, erinnern sie sich an die Position tausender Erdlöcher. Das ist wichtig, denn wenn Gefahr droht, muss schnellstens zum nächsten Erdloch gerannt werden.

  1. Wie alt werden Erdmännchen?

In freier Wildbahn werden sie in der Regel ca. 5 bis 7 Jahre alt, bei optimaler Haltung können sie in Gefangenschaft doppelt so alt werden.

  1. Mit wem sind die Erdmännchen verwandt?

Erdmännchen gehören zu den Schleichkatzen. Verwandt sind sie unter anderem mit der Familie der Mungos oder Mangusten. Im Englischen werden sie als „Meerkats“ bezeichnet.

Das Sozialverhalten von Fuchsmangusten ist ähnlich, wodurch sich die Säugetiere gern gemeinsame Bauten teilen.
Fuchsmangusten stellen sich ebenfalls gern auf die Hinterbeine und buddeln mit ihren Vorderpfoten.
Die Körperlänge beträgt zwischen 25 bis 45 cm und wird von einem buschigen Schwanz, der etwa dreiviertel der Körperlänge betragen kann, ergänzt. Die kurzen und runden Ohren verstärken das fuchsähnliche Aussehen.

  1. Sind Erdmännchen mit Präriehunden verwandt?

Nein, obwohl sie manchmal mit Präriehunden verwechselt werden. Präriehunde leben allerdings in Nordamerika und gehören zur Gattung der Nagetiere.

Erdmännchen in Zoos und Tierparks

  1. Gibt es deutsche Tierparks mit entsprechenden Anlagen?

Erdmännchen gehören zu den beliebtesten Tieren in Zoologischen Gärten in Deutschland, nicht umsonst halten knapp 90 von ihnen die possierlichen Schleichkatzen. Eine kleine Auswahl quer durch die Republik: Leipzig, Dresden, Halle, Dortmund, Bochum, Hoyerswerda, Berlin, Stuttgart, Frankfurt, Münster, Rostock, Hannover, Köln, Erfurt oder Heidelberg. Krefeld baut aktuell eine Anlage und möchte ab Mitte 2017 ein Zuchtpaar beheimaten. Im Münsteraner Allwetterzoo besitzen sie allerdings kein Einzel-Apartment sondern leben in einer Stachelschwein-WG. Das Schlupfloch zwischen den Bereichen ist allerdings so klein, dass nur die Raubtiere durchpassen. Patenschaften werden in beispielsweise in Leipzig, Hoyerswerda und Aschersleben vergeben.

Im Leipziger Zoo hat die Königin der Kolonie im Dezember 2018 erstmalig Nachwuchs bekommen. Wie viele Jungtiere aktuell aufgezogen werden bleibt ein Geheimnis. Erfahren werden die Tierpfleger dies erst, wenn sie den Bau verlassen.

StadtGröße der Anlage in m²Anzahl an Tieren (circa)
Köln50030
Münster4607
Hannover16013
Heidelberg2205 (ein Männchen, vier Weibchen)
Frankfurt120 (20 Innen)14
Leipzig10
Tierpark Gettdorf3 (1 Weibchen; Zucht geplant)

Anlage im Kölner Zoo

Anlage in Heidelberg

Blick in die Heidelberger Anlage

Blick durch die Glasscheibe im Besucherbereich des Raubtierhaus

Der letzte Nachwuchs in Heidelberg hat 2014 das Licht der Welt entdeckt, aktuell züchtet der Tierpark nicht. Das Ende 2018 eröffnete Gehege wurde mit Hilfe von Spendengeldern in Höhe von 130.000 Euro ermöglicht. So vergrößerte sich die Anlage von ehemals etwa 40m² auf über 220 Quadratmeter.

Beschäftigungsmöglichkeiten gibt es im neuen Gemeinschaftsgehege der Stachelschweine und Erdmännchen reichlich. Große Termitenhügel, gemütliche Höhlen und viele Grabröhren bieten den Raubtieren und Nagern Möglichkeiten zum Spielen, Buddeln, Schlafen und Schmusen.

Im Inneren des Termitenhügel steht ein beheizter Ruheplatz zur Verfügung. Besucher können eine Beobachtungsgrotte nutzen und die unterirdischen Bauten begutachten.

Leben im Erlebnis-Zoo Hannover

Aktuell lebt in Hannover eine Kolonie mit 13 Bewohnern. Sie können in der afrikanischen Themenwelt Sambesi in der Nähe des Bootsanlegers betrachtet werden. Ihr Gehege gleicht einem afrikanischen Kraal, in der Mitte ist ein als Termitenhügel nachgebauter Aussichtsturm.

  1. Kann man Erdmännchen treffen, hautnah erleben und streicheln?

Erdmännchen gehören nicht zu den Streicheltieren, wir haben trotzdem einen Zoo gefunden, in dem ein Treffen möglich ist. Im Zoo Augsburg könnt ihr einen Besuch beim Lieblingstier buchen, unter anderem auch bei den Mangusten. Kostenpunkt 70 Euro pro Person für 30 Minuten.

Im Tierpark Gettorf kann die (bislang noch kleine) Gruppe für 40 Euro zuzüglich Tierparkeintritt besucht werden. Das „Meet and Greet“ wird von einem Mitarbeiter begleitet, der sich mit den Bewohnern gut auskennt, und dauert eine Stunde. Als Besucher könnt ihr selber füttern, einem kommentierten Training beiwohnen und bei gegenseitigem Vertrauen streicheln. Ist das Clickertraining zukünftig weiterhin erfolgreich, ist ein besonderes Erlebnis möglich. „Rufus (benannt nach dem Erdmännchenkrimi) schleckt die Belohnungsavocado oder Belohnungsbanane von der Hand ab“, teilte uns die Trainerin mit. Noch näher werdet ihr den Tieren nirgends kommen.

Zur Erdmännchen Haltung

Erdmännchen sind Wildtiere und können nicht zu einem typischen Haustier „erzogen“ werden. Sie benötigen Sonne und Wärme, wodurch sie nur im Freien – nicht in der Wohnung – gehalten werden können.

  1. Darf man Erdmännchen in Deutschland als Haustier halten?

Ja, ihr dürft Erdmännchen als Haustier halten. Allerdings ist eine artgerechte Haltung aufwendig – sowohl was die Kosten als auch den persönlichen Einsatz betrifft. Und ihre Haltung unterliegt einer Meldepflicht, da sie als Wildtiere gelten. Hier sollte man sich vorher bei der entsprechenden Behörde melden.

Ist ein Tier kein Heim- oder Haustier, gilt es nach § 4 Tierschutzgesetz (TSchG) als Wildtier.

Laut § 25 muss ein Wildtier innerhalb von 14 Tagen bei der Bezirksverwaltungsbehörde angemeldet werden. Hierbei müssen Name, Anschrift des Halters sowie die Art und Höchstzahl der gehaltenen Tiere angegeben werden. Die Mindestanforderungen zur Haltung können im PDF (2 MB) des Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft nachgelesen werden.

  1. Wie halte ich Erdmännchen artgerecht?

Eine Artgerechte Haltung und Aufzucht ist kompliziert. Ihr benötigt eine großer und vor allem ein- und ausbruchssicheren Voliere, damit keine Feinde wie Füchse oder Greifvögel in den Käfig gelangen. Zusätzlich werden Wärmelampen, Sand zum Graben und um Gänge sowie Höhlen anzulegen sowie ausreichend Futter benötigt. Das Futter sollte aus Obst, Gemüse, Mehlwürmern, Larven, Grillen, Heuschrecken, Eiern und letztlich auch Fleisch bestehen. In jedem Fall müssen sie in Gruppen (mindestens 4-5 Tiere) gehalten werden, da sie ein enges Sozialleben brauchen. Wird ein Tier allein gehalten, stirbt es meist sehr schnell an Stress und Einsamkeit.

Das Gehege sollte mindestens 18 Quadratmeter groß sein, in Deutschland sind derzeit 12 m² für ein Paar vorgeschrieben. Jedes weitere Tier benötigt 2 Quadratmeter. „Da die Tiere unterirdisch leben sollte ein Sand-Lehmgemisch als Bodengrundlage dienen. Zur besseren Reinigung lassen sich auch vorgefertigte Höhlenelemente mit Deckel verstauen. Aufgeschüttete fest verarbeitete Steine dienen als Ausguck.“ (Zoo Zajac)

Das Video stammt von Ernst J. Klaey aus der Schweiz (1568 Portalban), er hält aktuell eine Großfamilie mit neun Mitgliedern und züchtet gelegentlich.

 

 

 

  1. Wie sieht die Ernährung in Gefangenschaft aus?

Diese Frage haben wir ebenfalls vom Zoo Zajac beantwortet bekommen: „Die Ernährung ist sehr vielschichtig. Zum größte Teil besteht sie aus 50% Insekten, 20% Eintagsküken und Mäuse, 30% Obst und Gemüse. Gelegentlich kann man auch hart gekochte Hühnereier füttern, oder Wachteleier auch gerne roh.“

  1. Je größer die Gruppe desto schwieriger die Haltung?

Nicht nur private Züchter sondern auch Zoos müssen die Gruppengröße berücksichtigen, da es häufig zu Rangkämpfen kommt. Zudem werden erwachsene Weibchen (beispielsweise die älteste Tochter des Alpha-Weibchen) vertrieben, wodurch der Halter ein zweites Gehege benötigt. Hier kann das Weibchen mit einem nicht verwandten Männchen verpaart werden. Eine zweite Kolonie entsteht, Erdmännchen werden gezüchtet. Und schon wird aus einem Halter ein Züchter. Die Gruppendynamik ändert sich häufig und in großen Gruppen sind die Auswirkungen besonders stark.

Eine Rückführung der Verstoßenen in die Familie, nachdem die Jungen des alpha-Weibchen etwa drei Wochen alt geworden sind, war bei [Herrn Klaey] in den Gehegen nicht möglich, im Gegensatz zu den Feld-Beobachtungen der BBC/Cambridge-Teams in der Kalahari.

  1. Werden sie jemals zahm und kann man dann mit Ihnen schmusen?

Erdmännchen sind zwar Wildtiere und vor allem wild gefangene Exemplare werden selten zahm. Exemplare die in Gefangenschaft geboren wurden, können durchaus so zahm werden, dass sie sich streicheln lassen.

  1. Wo kann ich mir Erdmännchen kaufen?

Es gibt einige Züchter in Deutschland, die entsprechende Exemplare für bis zu 1500 Euro pro Stück verkaufen. Der gängiger Preis für junge (aber schon selbstständige) Erdmännchen vom Züchter liegt zwischen 350 und 600 Euro liegen. Auch in den Tiergärten werden sie gelegentlich abgegeben. Allerdings muss vorher die artgerechte Haltung und die Sachkunde im Umgang nachgewiesen werden. Zumeist findet ein (Zoo)-Wechsel lediglich im Rahmen von Erhaltungszuchtprogrammen oder im Austausch mit anderen Tieren statt. Zwar besitzt der Zoo Zajac in Duisburg einige Exemplare Außenanlage aber gekauft werden können keine Exemplare im Tiergeschäft. Nur in Ausnahmefällen wird eine private Haltung der Wildtiere befürwortet.

Wir konnten aktuell noch keinen Zoo in Erfahrung bringen, der Erdmännchen an Privathaushalte abgeben würde.

Erdmännchen in den Medien

  1. Wo finde ich witzige Erdmännchen Videos?

Natürlich auf youtube (24500 Treffer), einfach mal die Suchbegriffe „Erdmännchen und lustig“ eingeben.

  1. Welche Kinderbücher gibt es über Erdmännchen?

Amazon liefert knapp 800 Ergebnisse in der Kategorie Bücher. Zahlreich vorhanden vor allem Kinderbücher, Romane und zoologische Literatur. Hier eine kleine Auswahl der beliebtesten Bücher: Am bekanntesten sind die Geschichten rund um das „Erdmännchen Erwin“, der allerlei Abenteuer in seiner Wüstenheimat erlebt. Auch witzig: Eselin Evelyn – das beste Erdmännchen der Welt. Und für die kleinsten Leser bietet sich Das kleine Erdmännchen Gustav an. Im Buch „König der Löwen“ spielen sie nicht die Hauptrolle, aber auch einen gewichtigen Part.

  1. Welche Romane gibt es über Erdmännchen?

Echt witzig sind die Erdmännchen-Romane von Moritz Matthies, der seine Gang rund um die Erdmännchen Ray und Rufus unter dem Berliner Zoo auf polizei-kommissarische Spurensuche schickt.

 

 

 

  1. Gibt es ein Erdmännchen Märchen?

Die Brüder Grimm höchstpersönlich haben ein Märchen über die Tiere geschrieben. „Dat Erdmänneken“ steht an Stelle 91 in den Kinder- und Hausmärchen und wurde auf Plattdeutsch veröffentlicht. Da die Töchter des Königs die Äpfel des verwunschenen Baums pflücken, versinken sie unter der Erde. Der König verspricht dem Finder eine der drei Frauen zur Frau, wodurch sich drei Jägerburschen auf die Suche begeben. Ein Erdmännchen hilft dem Jüngsten bei der Suche.

Wie Hans das hörte, schlug er nicht mehr, und das
Männchen erzählte, er sei ein Erdmännchen, und
solcher wären mehr als tausend, er möge nur mit ihm
gehen, dann wolle er ihm auch zeigen, wo die
Königstöchter wären.

Das komplette Märchen als PDF (9 KB).

  1. Gibt es auch interessante zoologische Bücher?

Ja klar. Das tollste, was wir gefunden haben, heißt Die Welt der Erdmännchen. Das ist ein Bildband mit unglaublich schönen Fotos aus der faszinierenden Welt der Erdmännchen.

  1. Welche Filme und Dokumentationen über Erdmännchen sind besonders empfehlenswert?
  • Auf dem Animal-Planet-Kanal läuft die Serie „Und täglich grüßt das Erdmännchen“ (Meerkat Manor) . Leider finden sich derzeit keine genauen Daten zur TV-Ausstrahlung.
  • In der Dokumentation „Die Königin der Erdmännchen“ wird ein ganzer Clan beobachtet von der Geburt über das Jugendalter bis hin zur Hierarchieordnung.
  • Wächter der Wüste, ein Film von 2008, und die 2014er-Doku „Die Erdmännchen-Gang“ dokumentieren jeweils auf spannende Art das Leben eines Familienverbands in der Kalahari-Wüste.
  • Wirklich tolle Einblicke in das Leben der Erdmännchen bietet die ARD-Reihe „Erlebnis Erde“ unter dem Titel: „Erdmännchen – Ein unschlagbares Team“.
  1. Wer ist das berühmteste Erdmännchen der Filmgeschichte?

Das berühmteste Erdmännchen heißt wohl Timon und ist der beste Freund von Simba, dem König der Löwen.

  1. Gibt es Lieder mit bzw. über Erdmännchen?

Dieses Lied stammt von Dän Dickopf, der mit  seinen Kollegen Nils und Eddi auf Ihrer Webseite Kindermusikwelt.de genau diese Welt eröffnen.

Sie können sehr gut sehen und sie können sehr gut riechen. Sie schaffens gut durch ihre eigenen Tunnel durchzukriechen.

 

 

 

Detlef Cordes hat ein Kinderlied zum Zahlen-Lernen komponiert und veröffentlicht. Das Lied handelt davon, dass ein Erdmännchen Tag 100 Stunden dauert. Volle Uhrzeiten haben einen kleinen Inhalt erhalten (Bsp.: „Um 30 Uhr gibt es Mittagessen.“), damit Kinder die Zahlen von 10, 20, 30 bis 100 lernen können.

Stephen Janetzko hat ebenfalls einen Song aufgenommen: „Wir Erdmännchen“ – zum Mitsingen, Tanzen, Bewegen und Anhören. Ursprünglich entstand das Lied für: „Zusammenleben in der Gemeinschaft: Familie, Schule, Gemeinde“ in der Reihe Bausteine Grundschule 1/09 – Hrsg: Bergmoser & Höller Verlag, Aachen. Inzwischen hat es seinen Platz auf eine „Fußball-Lieder für Kinder“ CD geschafft, da das Thema Bewegung eine große Rolle spielt. Innerhalb von vier Strophen werden Kinder zum Bewegen aufgefordert.

Erdmännchen – nicht nur in Afrika –
sind immer für einander da.
Erdmännchen – nicht nur in Afrika –
sind immer für einander da.

 

 

  1. Wie fühlen sich Erdmännchen im Zoo?

Wir können euch die Frage nicht ausführlich beantworten. Allerdings gibt ein 360°-Video des NDR einen Einblick, wie sich die Raubtiere fühlen. Die Kamera wurde dazu direkt im Gehege des Jaderparks aufgestellt und zeigt die Besucher aus dem Blickwinkel der Tiere.

Allgemeine Fragen

  1. Beeinträchtigt der Klimawandel ihr Bestehen?

Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass die globale Erwärmung den Fortbestand beeinflusst. Forscher der Universitäten Zürich und Cambridge erwarten steigende Sommertemperaturen und schwankende Niederschlagsmengen in den Lebensräumen der kleinen Raubtiere. Dies beeinflusst die Körpermasse und das Wachstum, was wiederum zu niedrigeren Fortpflanzungsraten führt. Heißere und trockenere Sommer würden demnach den Fortbestand gefährden.

Die Studie erschien im Fachjournal Science. Sie verknüpft Veränderungen in Wachstum, Überleben und Fortpflanzung mit den registrierten Niederschlägen und Temperaturen. Diese Populationsdynamik wird 50 Jahre in die Zukunft projiziert und anhand der Daten unterschiedliche Szenarien erstellt. Die Daten basieren auf einem Bericht zum Klimawandel des US Nation Center of Atmospheric Research (NCAR).

„Die Auswirkungen einer Umweltveränderung auf eine Population hängen davon ab, wie Individuen mit ihrer biologischen und physischen Umgebung interagieren und wie sich dies im Laufe der Zeit verändert. Unsere Studie zeigt, dass wir diese Interaktionen genau identifizieren müssen – insbesondere wie die Jahreszeiten variieren. Nur so können wir die Anfälligkeit einer Population gegenüber dem Klimawandel vorhersagen“ Arpat Ozgul, Letztautor der Studie

Quelle: https://science.sciencemag.org/content/363/6427/631

  1. Was ist das Erdmännchen-Prinzip?

Bei diesem Prinzip handelt es sich um eine fiktive Wirtschafts-Fabel. Sie wurde vom Wirtschaftswissenschaftler John Kotter und dem deutschen Unternehmensberater Holger Rathgeber veröffentlicht. Am Beispiel einer Erdmännchen-Kolonie wird gezeigt, wie mit bestimmten Führungsstrategien verschiedene Krisensitutationen gemeistert werden – können. Das Erdmännchen-Prinzip beschreibt und verdeutlicht „Werte beziehungsweise Mechanismen von Management und Leadership besonders in Ausnahmesituationen“, bestätigt es „Kunde 0815“ in einer Amazon-Rezension.

Mandy

Unterstützt Madiba.de nun bereits seit mehreren Jahren im PR und Marketingbereich. Sie verfasst unsere Presseberichte und steht in engem Kontakt mit Journalisten und informiert Medienvertreter über aktuelle Unternehmensentwicklungen. Ende 2009 unternahm Sie Ihre erste Reise ins südliche Afrika und besuchte dabei den Norden rund um den Krüger Park und den Süden des Landes entlang der Garden Route bis nach Kapstadt.

Dieser Beitrag hat 5 Kommentare
  1. Meine Kinder schauen sich liebend gern die Erdmännchen im Leipziger Zoo an. Manchmal müssen wir Stunden vor dem Gehege verbringen.

    Mir ist aufgefallen, dass Sie Leipzig in Ihrer Auflistung nur erwähnen. Aber keine Fotos zeigen und keine Angaben zur Anlage machen. Was ist da los? Ist der Zoo so unkooperativ?

    Danke für Ihren großartigen Artikel!

    1. Herzlichen Dank für dein Lob! Das freut uns sehr und so sind wir motivierter weiter am Artikel zu arbeiten.
      Leider fühlen wir uns etwas ertappt, denn in der Tat, den Leipziger Zoo haben wir noch nicht deutlich hervorgehoben. Ich habe mich direkt an die Pressestelle gewandt und um Informationen gebeten. Ich gehe davon aus, dass wir in Kürze weitere Erdmännchen-Informationen vorstellen können!

  2. Eine tolle Auflistung, vielen Dank! Unser Sohn musste ein Referat über sein Lieblingstier halten und wir haben uns sehr gern auf Ihrer Webseite umgesehen und die Informationen aufgenommen!

    Mit freundlichen Grüßen

  3. Liebe Freunde der Erdmännchen,

    heute morgen habe ich gelesen, dass „Frau Erdfrau“, das schon sehr betagte Erdmännchen aus dem Karlsruher Zoo, leider eingeschläfert werden musste. Es war ja so berühmt geworden, weil seine Tierpflegerin extra einen Liegestuhl für es angefertigt hatte, auf dem es immer wieder zum Ausruhen kam. Ein Anblick für die Götter!

    Wundervolle Fotos sind so entstanden bzw. auch wunderbare Kurzvideos, die ich mir immer wieder gerne ansehe. Obwohl ich es selbst nie vor Ort gesehen habe, bin ich dennoch sehr traurig darüber, wohl wissend, dass 13 Jahre ein stolzes Alter für Erdmännchen in Zoos ist. Ich werde „Frau Erdfrau“ ganz bestimmt in liebevoller Erinnerung behalten.

    Mit besten Grüßen an euch alle aus Berlin

    Caroline Lehmann

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