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Südafrika als „Die ganze Welt in einem Land“ ist nicht nur für Reisende ein beliebtes Ziel. Besonders während des letzten Jahrzehnts bildete sich hier einer der Hauptstandorte der Filmindustrie heraus. Zwischen Kapstadt und Johannesburg erstrecken sich einzigartige Kulissen, die Filmemacher aus der ganzen Welt anlocken. Auch die Filmstudios können mit den Standards in Hollywood mithalten und holten bereits unzählige internationale Schauspieler wie Scarlett Johansson („Avengers: Age of Ultron“), Nicolas Cage („Händler des Todes“) oder Drew Barrymore („Urlaubsreif“) vor die Kamera.

Südafrikas vielfältige Filmkulisse

Die südafrikanische Landschaft ist nicht nur für die nächsten Blockbuster, sondern auch für die Werbe- und Musikindustrie interessant. Wenn in Europa Winter herrscht, können in Afrika sommerliche Spots bei perfekten Lichtverhältnissen gedreht werden. Das nützt besonders der Automobilbranche. Nicht selten sieht man im Fernsehen die neusten Auto-Modelle den neun Kilometer langen Chapman’s Peak Drive südlich von Kapstadt entlangfahren. Doch auch für die Milka-Werbung wurde bereits kurzerhand eine Schweizer Alpenhütte in die Kapstädter Weinberge verlegt und im Musikvideo zu „Paradise“ von Coldplay begleitet man den Weg eines Elefanten aus dem Zoo in England durch ganz Südafrika zurück in seine Heimat – die Kalahari-Wüste.

Der deutsche Filmproduzent Giselher Venzke ist davon überzeugt, dass man in Südafrika für eine Filmproduktion nahezu jedes Land imitieren könne und produzierte bereits einige Filme für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk dort. Als südafrikanische Hauptstadt des Art Deco dient die Küstenstadt Durban oft als perfekte Imitation von New York City. Kapstadt selbst begeistert ebenfalls mit Straßenzügen im Art-Deco-Stil und eleganten georgianischen und viktorianischen Häusern entlang der Long Street. Auch die seit 1977 unvollendete Foreshore Freeway Bridge, die einst zum Eastern Boulevard Highway werden sollte, ist ein beliebter Drehort für Action- und Werbefilme. Weitere allgemein beliebte Filmorte sind der Boulders Beach mit seiner Pinguin-Kolonie, Simon’s Town, das Kap der Guten Hoffnung und die Kap-Halbinsel generell.

Südafrika in zehn Filmen

Invictus

Der von Clint Eastwood produzierte Film „Invictus“ (2008) behandelt die Rugby-Weltmeisterschaft in Südafrika im Jahr 1995 und basiert auf dem Buch „Der Sieg des Nelson Mandela: Wie aus Feinden Freunde wurden“. Eine große Rolle in dieser Erzählung spielt Nelson Mandela, welcher mit seinem Engagement dazu beitrug, dass die südafrikanische Rugby-Mannschaft „Springboks“ bei der Weltmeisterschaft antrat, die Nation einte und schlussendlich sogar den Sieg holte. Dieser Erfolg schrieb nicht nur Sport-, sondern vor allen Dingen Weltgeschichte und gilt als Symbol der überwundenen weißen Herrschaft nach der Apartheid.
Als Drehort für die Rugby-Spiele diente das ehemalige Green Point Stadium, an dessen Stelle heute das Cape Town Stadium steht. Für Besucher öffnet das Cape Town Stadium dreimal täglich zu einstündigen Touren, bei welchen man beispielsweise in die Umkleidekabinen und das Stadion-Gefängnis geführt wird. Auch die Ferryman’s Tavern an der Victoria & Alfred Waterfront, in welcher sich das südafrikanische Rugby-Team im Film auf ein Bier trifft, existiert und kann während der Öffnungszeiten besucht werden.

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Nicht nur „Invictus“ zeigt das Leben des Nelson Mandela auf.

Mandela – Der lange Weg zur Freiheit

Insbesondere der Film „Der lange Weg zur Freiheit“ (2013, Originaltitel: „Mandela: Long Walk to Freedom“) begleitet die Stationen des imposanten Lebens Mandelas von seiner Geburt bis zum Ende der Apartheid in den 90er Jahren.
Der Drehort im Dorf Qunu, in dem Mandela seine Kindheit verbrachte, kann von Interessierten besucht werden. Dort kann man im Nelson Mandela Museum noch mehr über das Leben des Freiheitskämpfers erfahren. Auch eine Landstraße in KwaZulu-Natal diente während der Dreharbeiten als Originalschauplatz und kann als Ort von Nelson Mandelas Festnahme im August 1962 besucht werden. Andere Drehorte aus dem Film sind die Gegenden Sophiatown und Kliptown im Johannesburger Stadtviertel Soweto für alle Aufnahmen der Soweto Township-Siedlung, in der Mandela zeitweise lebte, sowie weitere Plätze in Johannesburg und Kapstadt. Ein besonderer Schauplatz ist das Gefängnis auf Robben Island, in welchem Nelson Mandela 18 Jahre in Haft verbrachte. Touristen können das Gefängnis im Zuge einer Führung mit ehemaligen Häftlingen besichtigen.

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Tsotsi

„Tsotsi“ (2005) hat unter anderem 2006 einen Oscar für den besten fremdsprachigen Film erhalten und erzählt die Geschichte eines skrupellosen Gangster aus Johannesburg, der sich des Babys seines Mordopfers annimmt. Tsotsi baut eine Beziehung zu dem Kind auf und überdenkt seine kriminelle Lebensweise. Der Film ist angelehnt an das gleichnamige Buch des südafrikanischen Schriftstellers Athol Fugard. Die Darsteller, welche die in Südafrika gedrehten Szenen besetzen, sind zum größten Teil Laien, die selbst in den Townships lebten oder leben. Aufgenommen wurde der Film in verschiedenen Teilen Südafrikas, hauptsächlich in Johannesburg und Umgebung.

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Zulu

Der Film „Zulu“ (2013) ist angelehnt an den gleichnamigen französischen Roman aus dem Jahr 2008 von Caryl Férey. Die Geschichte beginnt mit einer jungen Frau, die tot und verstümmelt aufgefunden wird. Es handelt sich um die Tochter eines bekannten Rugby-Spielers, der sofort eine Kampagne gegen die Polizei startet, weil es dieser nicht gelingt, die öffentliche Sicherheit aufrechtzuerhalten. Drei Männer werden auf den heiklen Fall angesetzt. Sie repräsentieren die Bevölkerungsanteile in dem Land am Kap, das zwar die Apartheid überwunden hat, nicht jedoch die sozialen Spannungen, von denen die Klassen- und Rassenverhältnisse nach wie vor geprägt sind. Mit Ausnahme von Forest Whitaker und Orlando Bloom wurden für den Film ausschließlich weitgehend unerfahrene südafrikanische Schauspieler engagiert. Gedreht wurde vor allen Dingen in Kapstadt, küstennahen Wohngebieten und von Kriminalität, Drogenhandel und Gang-Aktivitäten geprägten Townships, z. B. in den Cape Flats.

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Searching for Sugar Man

„Searching for Sugarman“ aus dem Jahr 2012 behandelt die Suche zweier südafrikanischer Musikfans nach dem Musiker Sixto Rodriguez, der ohne sein Wissen zum Star in Südafrika avancierte. Seine Lieder aus den 1970er Jahren bewegten die Südafrikaner in Zeiten der Apartheid und wurden zu Hymnen der Antiapartheid-Bewegung. Davon bekam der Musiker zunächst nichts mit, da seine ehemalige Plattenfirma ihm den Erfolg verschwieg. Letztendlich spielte er jedoch dank des Kontakts mit den Musikfans Stephen „Sugar“ Segerman und Craig Bartholomew Strydom einige ausverkaufte Konzerte in Südafrika.
Musik- und Filmliebhaber können den Drehort und weltbekannten Plattenladen „Mabu Vinyl“ in der Rheede Street in Kapstadt besuchen.

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Safe House

In dem Thriller „Safe House“ von 2012 spielt Ryan Reynolds einen US-Geheimagenten in Südafrika, der die Aufgabe hat den Häftling und Ex-CIA-Agenten Tobin Frost (gespielt von Denzel Washington) vor Gangstern zu schützen, die ihn um jeden Preis umbringen wollen bevor er als Kronzeuge aussagen kann. Der geheime Unterschlupf, in dem Frost einsitzt fliegt auf und es beginnt eine Flucht durch Südafrika. Eine der rasanten Verfolgungsjagden führte durch Kapstadt und wurde in der Wall Street, der Adderly Street und weiteren umliegenden Straßen und Geschäften gedreht. Außerdem spielt eine Szene in der Nähe des Arnolds Restaurant in der Kloof Street. Der gesamte Film entstand in Südafrika.

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Der geilste Tag

In der deutschen Tragikkomödie „Der geilste Tag“ (2016) mit Matthias Schweighöfer und Florian David Fitz lernen sich Andi und Benno, zwei todkranke junge Männer, die unterschiedlicher nicht sein könnten, in einem Hospiz kennen. Ihnen gemeinsam ist, dass sie nicht herumliegen und auf den Tod warten wollen. Stattdessen machen sie sich auf, um noch einmal den geilsten Tag ihres Lebens zu verbringen. Sie ergaunern sich 140.000 Euro und starten ihren Roadtrip im Wohnmobil durch Südafrika, um Bennos ehemalige Freundin Mona und Tochter Leni zu besuchen. Gedreht wurde der Film nicht nur auf dem Tafelberg in Kapstadt, sondern auch am Uvongo Beach südlich von Durban, in der Drakensberg-Region und dem Royal Natal National Park, an den Augrabies Falls und in Pella. Das im Film vorkommende Strandhaus von Mona liegt am Noordhoek Beach, wo auch Andi und Benno im tatsächlich existierenden Monkey Valley Resort übernachten. Monas Hochzeit wurde auf dem Boschendal Weingut nahe Kapstadt gefilmt, welches man auch als Tourist, beispielsweise im Zuge einer Weinverkostung oder eines längeren Aufenthalts mit Übernachtung besuchen kann.

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Urlaubsreif

Eine weitere in Südafrika verfilmte Produktion ist „Urlaubsreif“ (2014, Originaltitel: „Blended“) mit Adam Sandler und Drew Barrymore in den Hauptrollen. Die Komödie handelt von Jim und Lauren, die nach ihrem vermasselten Date in ihrer US-amerikanischen Heimatstadt und infolge einiger verketteter Ereignisse in Südafrika aufeinandertreffen. Da Jim von seinem Chef bzw. Lauren von dessen Ex-Freundin die gleiche Urlaubsreise abgekauft haben, treffen beide inklusive ihrer insgesamt fünf Kinder in Afrika aufeinander und müssen sich schließlich ein Zimmer teilen. Bald schon entsteht aus Abneigung Sympathie und aus zwei Familien wird eine Patchwork-Familie. Der erfolgreiche Film wurde hauptsächlich im luxuriösen und weltbekannten Sun City Resort mit seinen insgesamt vier Hotels gedreht, insbesondere im Palace of the Lost City. Das Sun City Resort liegt neben dem Nationalpark Pilanesberg und ist auch im realen Leben eine beliebte südafrikanische Hotelanlage. Diverse Vergnügungsstätten, wie Casinos, künstlich angelegte Wasserfälle, der Valley of Waves Wasserpark oder Golfplätze tauchen ebenso im Film wie in der Realität auf. Im Nationalpark Pilanesberg wurden in erster Linie die Safari-Szenen gedreht. Doch auch der berühmte Krüger Nationalpark sorgte für einige tierreiche Aufnahmen in Buschsavanne und Tropenwald.

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Avengers: Age of Ultron

Der Science-Fiction-Actionfilm „Avengers: Age of Ultron“ aus dem Jahr 2015 ist die Fortsetzung zum Film „Marvel’s The Avengers“ (2012) und handelt von einem Superheldenteam, bestehend aus Iron Man, Thor, Hulk, Captain America, Black Widow und Hawkeye, das die Welt beschützen soll. Da dieser Teil der Filmreihe einen globalen Bezug erhalten sollte und die Superhelden auf ihrer Mission auch in Südafrika Halt machen, wurde unter anderem in Johannesburg und Kapstadt gedreht. In Johannesburg findet eine der größten Actionszenen des Films mit Iron Man und Hulk statt. Außerdem nutzte das Produktionsteam die Cape Town Film Studios für Bluescreen-Aufnahmen und die Nachbearbeitung.

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District 9

„District 9“ (2009) ist ein Science-Fiction-Film, der unerwartet ein großer Erfolg wurde. In Johannesburg befindet sich seit etwa 20 Jahren ein Auffanglager für gestrandete Außerirdische. Die Verhältnisse, unter denen die Aliens leben müssen, sind unwürdig. Der Plan ist daher, das Lager um 200 Kilometer zu verlegen, mitten in die Einöde. Der Leiter der Operation will die Umsiedelung ohne Gewaltanwendung vollziehen. Doch es kommt trotzdem zu einer Auseinandersetzung, bei der er mit einer außerirdischen Flüssigkeit in Kontakt kommt. „District 9“ wurde in Südafrika gedreht. Der Name des Films erinnert an den District Six in Kapstadt, dessen Bevölkerung während der Apartheid zwangsgeräumt wurde. Viele Szenen im Film spielen jedoch an realen Orten in Johannesburg. Eine der finalen Aufnahmen zeigt beispielsweise den Ponte City Tower, der bis vor einigen Jahren noch als höchstes Slum und gefährlichstes Hochhaus der Welt galt. Auch dieser Film setzte auf unbekannte Schauspiel-Debütanten und -Debütantinnen.

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Afghanistan, die Karibik oder doch Südafrika?

Die Serie „Homeland“ (seit 2011) handelt von der psychisch labilen CIA-Analystin Carrie Mathison, deren Hauptarbeitsfeld Ermittlungen und Einsätze gegen den Terror sind. Die vierte Staffel der preisgekrönten Serie stellt den Nahen und Mittleren Osten in den Mittelpunkt der Handlung. Als Drehort wählte man jedoch nicht Kabul oder Islamabad, sondern Kapstadt. Die Stadt selbst und das Umland wurden für verschiedene Szenen in der Türkei, den USA, Afghanistan und Pakistan genutzt. Der Artscape Theatre Complex in Kapstadt diente beispielsweise für Außenaufnahmen der amerikanischen Botschaft.

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Basierend auf tatsächlichen Ereignissen ist „Hotel Ruanda“ (2004, Originaltitel: „Hotel Rwanda“) ein Film über den Leiter des Nobelhotels „Hôtel des Mille Collines“ in Ruanda, welcher im Jahr 1994, während des Kriegs zwischen den beiden Stämmen Hutu und Tutsi, zahlreiche Flüchtlinge beherbergte. Er wurde zum Lebensretter tausender Menschen, musste jedoch auch um sein eigenes Leben und das seiner Familie bangen, da ihm die Mittel und Beziehungen zu einflussreichen Personen ausgingen. Der Film wurde unter anderem in Südafrika gedreht, insbesondere in Johannesburg, spielt jedoch in Kigali, Ruanda.

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Der Film „Blood Diamond“ (2006) mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle thematisiert den Handel mit Blutdiamanten und Waffen sowie die Korruption und den Einsatz von Kindersoldaten. Er spielt vor dem Hintergrund des grausamen Bürgerkriegs in Sierra Leone von 1991 bis 2002. Die südafrikanische Küste erwies sich als wahre Fundgrube für die Motive im Film. Im üppigen Duschungelgebiet um Port Edward fanden die Filmemacher die perfekte Umgebung für drei wichtige Sets: die Diamantenmine, das Flüchtlingslager und Benjamins Schule. Außerhalb der Port Edward Region wurden auch Szenen in Kapstadt gedreht, zum Beispiel an der Victoria & Alfred Waterfront.

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Im Film „Händler des Todes“ (2005, Originaltitel: „Lord of War“) werden auf einer wahren Begebenheit die Geschäfte internationaler Waffenhändler dargestellt. Vorbild für den Film waren die blutigen Machenschaften des Waffenhändlers Viktor Bout, der sich für lange Zeit in Südafrika niedergelassen hatte und drei Jahre nach Erscheinen des Films gefasst wurde. Alle Filmszenen, die in Afrika, dem Nahen Osten, Asien oder der Karibik spielen, konnten in Südafrika, insbesondere in Kapstadt, aufgenommen werden. Hierbei erweist sich die Vielfalt der südafrikanischen Landschaft erneut als Vorteil.

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Die Macher des indischen Thrillers „Ghajini“ (2008) nutzten für Dreharbeiten die bunten Edwardian Beach Houses in Muizenberg als Filmkulisse. Der Film handelt von einem Mann mit einer Kurzzeitgedächtnisstörung, der Rache am Mörder seine Frau nehmen will.

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Die Produzenten von „The Junglebook“ dagegen wählten Luftaufnahmen der KwaZulu-Natal-Gegend, um den „indischen“ Dschungel von oben zu zeigen. Der 2016 erschienene Film ist eine Neuauflage des gleichnamigen Disneyfilms von 1967 mit real wirkenden Figuren, die jedoch hauptsächlich durch Computeranimationen entstanden.

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Auch die Piratenserie „Black Sails“ (2014 bis 2017) ist eine US-amerikanische Abenteuerserie, die  in den Cape Town Film Studios und in Kapstadt gedreht wurde. Sie erzählt die Vorgeschichte zum Roman „Die Schatzinsel“. Alle vermeintlich in der Karibik aufgezeichneten Außenaufnahmen wurden in Südafrika gedreht. Das Filmteam mietete für die Produktion alle vier Bühnen der Cape Town Film Studios. Für die Schiffs- und Strandszenen wurden eigens zwei spezielle Wassertanks und mehrere Schiffsmodelle in Originalgröße erbaut.

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Hollywood’s Konkurrenz in Südafrika – Die Filmstudios und Produktionsfirmen

  • Filmstudio: Cape Town Film Studios (Webseite)
  • Filmstudio: Atlas Corporation Studios (Milpark/Johannesburg)
  • Filmstudio: Sasani Studios (Johannesburg, Webseite)
  • Produktionsfirma: Moonlighting Film Production Services (Webseite)

An „Black Sails“ ist erkennbar, dass viele erfolgreiche Filme und Serien nur zu einem geringen Teil in den Kulissen Südafrikas gedreht werden, aber die hiesigen Filmstudios für Bluescreen-Aufnahmen, zur Digitalisierung und Weiterverarbeitung des filmischen Materials genutzt werden.

Die Produktion von Star Wars und Spiderman wurden abgelehnt.

Die wohl bekanntesten und erfolgreichsten Studios sind die Cape Town Film Studios in der Region Kapstadt. Bereits im Jahr 2003 entstand die Idee zum Studio, 2004 war die Eröffnung geplant, verschob sich aber so lange bis der heutige Geschäftsführer Nico Dekker gemeinsam mit dem Produzenten Anant Singh die Leitung übernahm. 2010 wurde die 200 ha große Fläche mit 4 Hallen in Betrieb genommen. Etwa 40 000 Arbeitsplätze wurden dadurch geschaffen. Insbesondere ungelernte Arbeiter aus den ärmeren Gegenden Kapstadts wurden hier ausgebildet. Während man in den Jahren vor der Eröffnung über die Traumfabrik witzelte, war in den Jahren darauf von Beginn an jeder Quadratmeter ausgebucht.

Die Produktionen von Spiderman und Star Wars mussten daher angeblich sogar zurückgewiesen werden. Die studioeigenen, seltenen Tiefwasser- und Strandbecken wurden nicht nur für die Dreharbeiten zu „Black Sails“ verwendet, sondern auch für die Aufnahmen der deutschen Produktion „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ (Kinostart in Deutschland: 29. März 2018). Im Jahr 2016 kam eine fünfte Studiohalle hinzu, welche sofort für die Produktion von „The Dark Tower“ (2017), einem Film basierend auf einer Roman-Serie von Stephen King, ausgebucht war. Zuvor wurde ein weiterer Science-Fiction-Film, die Neuverfilmung des Streifens „Dredd“ (2012), in den Studios produziert und in Südafrika gefilmt. Die Cape Town Studios können mit einem Termin von Touristen besichtigt werden, das Fotografieren ist dort jedoch verboten.

In Jollywood zu Hause.

Außer den großen und berühmten Cape Town Film Studios gibt es in Johannesburg und Kapstadt noch mehrere kleinere Filmstudios, beispielsweise die 2002 eröffneten Atlas Studios (Milpark/Johannesburg) oder die bereits seit den 70er Jahren existierenden Sasani Studios (Johannesburg). Diese konzentrieren sich jedoch vorrangig auf afrikanische Fernsehserien und Shows wie „Big Brother“ und „The Voice“ in Nigeria, Südafrika und weiteren Ländern. Dennoch verliehen die Studios Johannesburg den Beinamen „Jollywood“ und eine gewisse Bekanntheit in der Filmszene.

Neben den Filmstudios existieren mehr als 150 Produktionsfirmen in der südafrikanischen Filmbranche, die sich um die Organisation und Finanzierung von Filmen, Filmmaterial, Darstellern und vielem mehr kümmern. Die Moonlighting Film Production Services gelten als älteste Produktionsfirma Südafrikas und beteiligten sich an zahlreichen erfolgreichen Filmen wie „Tomb Raider“ (2018), „Honey 3“ (2016), „Resident Evil“ (2016), „10000 BC“ (2008) und „Mad Max: Fury Road“ (2015).

Was macht Südafrika zum nächsten Hollywood?

Viele Vorteile eines Filmdrehs in Südafrika liegen auf der Hand.

  1. Es gibt einen ständigen Wechsel zwischen Frühling und Sommer, ohne den kalten europäischen Winter, wodurch Filme und Commercials in den ersten und letzten Monaten des Jahres vorgedreht werden können.
  2. Die Lichtverhältnisse sind meistens grandios und
  3. die Vielfalt der südafrikanischen Landschaft vom Dschungel, über Berge und Nationalparks bis zum Strand bietet immer eine würdige Kulisse.
  4. Die große Entfernung zu Europa wird mit der selben Zeitzone wettgemacht. Dadurch kommen europäische Schauspieler ohne Jetlag am Drehort an, was wiederum Zeit und Kosten spart.
  5. Prinzipiell sind, trotz eines im Vergleich zu Europa oftmals höheren Sicherheitsaufwands, die Kosten für Löhne, Material und Steuern in Südafrika sehr gering.
  6. Filmemacher erfahren in Südafrika zudem eine beachtliche staatliche Unterstützung.
  7. Zuschüsse und Sondergenehmigungen sind trotz bürokratischer Hürden und langwieriger Entscheidungswege keine Seltenheit.
  8. Durch das Wegfallen von Gewerkschaften sind außerdem längere Arbeitszeiten möglich und der Fachkräftemangel wird ausgeglichen, indem viele einheimische Techniker, Logistiker etc. ausgebildet werden.
  9. Durch diese Ausbildungen und den Aufbau der Filmstudios wird insbesondere auch die lokale Filmbranche gestärkt.
  10. Große Filmstudios wie die Cape Town Film Studios gelten noch immer als Pioniere in Afrika und arbeiten somit nahezu konkurrenzlos.
  11. Lediglich in Nigeria existiert eine auf dem Kontinent bekannte Film- und Fernsehbranche. „Nollywood“ bedient jedoch hauptsächlich den eigenen Markt mit schnell und billig produzierten Filmen und Serien.
  12. Anhand der Cape Town Film Studios wird sichtbar, dass auch die Technik in Südafrika mit den USA mithalten kann. So müssen Filmemacher die Vor- und Nachproduktion geografisch nicht mehr zwangsläufig voneinander trennen und können die finanziellen Vorteile bis zuletzt ausschöpfen.
  13. Zu guter Letzt reizt insbesondere Kapstadt die Produzenten aufgrund der Atmosphäre von Internationalität, Kulturmix und Kreativität.

Südafrikanische Filmfestivals

Wem ein Besuch der Drehorte in Südafrika nicht reicht, kann verteilt über das ganze Jahr zahlreiche kleinere und größere Festivals besuchen.

Das Event Cape Town International Film Market & Festival findet jährlich im Oktober an der Victoria & Alfred Waterfront statt und bietet neben Filmvorführungen auch Workshops und einen Markt, der sich nicht nur um die Filmindustrie, sondern auch um Mode und gutes Essen dreht. Das Festival wird von der Stadt selbst veranstaltet, um die nationale Filmbranche zu stärken.

Informationen zum Festival (englisch)

Das zehntägige International Film Festival Durban findet im Juli in der Hafenstadt Durban statt. Der Fokus liegt bei diesem Festival auf der afrikanischen Filmbranche, dennoch werden auch zahlreiche Dokumentationen und Kurzfilme aus der ganzen Welt gezeigt.

Informationen zum Festival (englisch)

Das Indie Karoo Festival findet jedes Jahr im Juli im Städtchen Prince Albert zwischen Kapstadt und Port Elizabeth statt. Hier werden Filme unabhängiger Cineasten gezeigt, die auch experimenteller Natur sein können.

Informationen zum Festival

Auch in Johannesburg wird jährlich im Februar ein interessantes Festival veranstaltet. Filmliebhaber können sich beim Jozi Film Festival an verschiedenen Orten der Stadt und in insgesamt drei Tagen ein buntes Potpourri an Filmgenres anschauen. Das Festival konzentriert sich auf südafrikanische und globale Filmemacher.

Informationen zum Festival

Zwei themenbezogene Festivals sind zum einen das South African Horrorfest in Kapstadt und Johannesburg und zum anderen das Wavescape Surf Film Festival in Durban und Kapstadt. Ersteres findet passend zu Halloweeen im Oktober und November jeden Jahres statt. Letzteres lässt sogar zweimal jährlich im Juli und Dezember die Herzen der Fans von Filmen und Surfkultur höher schlagen. Es steht außerdem in Verbindung zum Durban International Film Festival und  sieht sich gern als Fusion von Kunst, Kultur, Musik und Film. Passend zur Thematik gibt es auch Open-Air-Filmsichtungen am Clifton Beach.

 

Weitere in Südafrika gedrehte Filme

  • Solange ich atme/ Breathe (2017)
  • The Last Face (2016)
  • Die perfekte Welle/ The Perfect Wave (2014)
  • Chronicle (2012)
  • Death Race (2008)
  • Catch a Fire (2006)
  • U-Carmen eKhayelitsha (2005)
  • The Piano Player (2002)
  • Eine Frau namens Yesterday/ Yesterday (2004)

Weitere in Südafrika gedrehte Serien

  • The Young Pope (2016)
  • Black Mirror Staffel 3, Episode 1 und 3
  • The Crown Staffel 1 und 2

Weitere Filmfestivals

  • South African Eco Film Festival (März/April; Kapstadt, Pretoria, Johannesburg, Eastern Cape)
  • The X-Fest (April; Kapstadt, Johannesburg
  • Encounters (Juni; Kapstadt)
  • Khayelitsha Film Festival (Juni; Kapstadt)
  • Plett Food Film Festival (Juli; Plettenberg Bay)
  • KykNET Silwerskermfees (August; Kapstadt/Camps Bay)
  • Sound on Screen Music Film Festival (August; Kapstadt, Johannesburg)
  • Shnit International Short Film Festival (Oktober; Kapstadt)
  • Short & Sweet (das ganze Jahr über; Kapstadt, Johannesburg)
  • Sunshine Cinema (das ganze Jahr über; verschiedene Orte in Südafrika)

Kennt Ihr noch Filme, Serien oder Festivals, die wir nicht erwähnt haben?

Vanessa

Vanessa liebt das Schreiben als Ausgleich zum Medienmanagement-Studium und bereichert den Blog daher mit spannenden Themen rund um das südliche Afrika. Im Studium wie auch privat interessiert sie sich besonders für die interkulturelle Zusammenarbeit und Kommunikation. Das Reisen stellt eine ihrer größten Leidenschaften dar und führte sie bereits in den Norden und Westen des afrikanischen Kontinents. Der Süden wird somit sicher ebenfalls nicht mehr lange auf sich warten lassen!

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