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SĂŒdafrika als „Die ganze Welt in einem Land“ ist nicht nur fĂŒr Reisende ein beliebtes Ziel. Besonders wĂ€hrend des letzten Jahrzehnts bildete sich hier einer der Hauptstandorte der Filmindustrie heraus. Zwischen Kapstadt und Johannesburg erstrecken sich einzigartige Kulissen, die Fernseh- und Filmemacher aus der ganzen Welt anlocken.
Bereits die Filmstudios können mit den Standards in Hollywood mithalten und holten bereits unzĂ€hlige internationale Schauspieler wie Scarlett Johansson („Avengers: Age of Ultron“), Nicolas Cage („HĂ€ndler des Todes“) oder Drew Barrymore („Urlaubsreif“) vor die Kamera.

SĂŒdafrikas vielfĂ€ltige Filmkulisse

Die sĂŒdafrikanische Landschaft ist nicht nur fĂŒr die nĂ€chsten Blockbuster, sondern auch fĂŒr die Werbe- und Musikindustrie interessant. Wenn in Europa Winter herrscht, können in Afrika sommerliche Spots bei perfekten LichtverhĂ€ltnissen gedreht werden. Das nĂŒtzt besonders der Automobilbranche. Nicht selten sieht man im Fernsehen die neusten Auto-Modelle den neun Kilometer langen Chapman’s Peak Drive sĂŒdlich von Kapstadt entlangfahren. Doch auch fĂŒr die Milka-Werbung wurde bereits kurzerhand eine Schweizer AlpenhĂŒtte in die KapstĂ€dter Weinberge verlegt und im Musikvideo zu „Paradise“ von Coldplay begleitet man den Weg eines Elefanten aus dem Zoo in England durch ganz SĂŒdafrika zurĂŒck in seine Heimat – die Kalahari-WĂŒste.

Der deutsche Filmproduzent Giselher Venzke ist davon ĂŒberzeugt, dass man in SĂŒdafrika fĂŒr eine Filmproduktion nahezu jedes Land imitieren könne und produzierte bereits einige Filme fĂŒr den öffentlich-rechtlichen Rundfunk dort. Als sĂŒdafrikanische Hauptstadt des Art Deco dient die KĂŒstenstadt Durban oft als perfekte Imitation von New York City. Kapstadt selbst begeistert ebenfalls mit StraßenzĂŒgen im Art-Deco-Stil und eleganten georgianischen und viktorianischen HĂ€usern entlang der Long Street. Auch die seit 1977 unvollendete Foreshore Freeway Bridge, die einst zum Eastern Boulevard Highway werden sollte, ist ein beliebter Drehort fĂŒr Action- und Werbefilme. Weitere allgemein beliebte Filmorte sind der Boulders Beach mit seiner Pinguin-Kolonie, Simon’s Town, das Kap der Guten Hoffnung und die Kap-Halbinsel generell.

SĂŒdafrika in zehn Filmen

Invictus

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Der von Clint Eastwood produzierte Film „Invictus“ (2008) behandelt die Rugby-Weltmeisterschaft in SĂŒdafrika im Jahr 1995 und basiert auf dem Buch „Der Sieg des Nelson Mandela: Wie aus Feinden Freunde wurden“. Eine große Rolle in dieser ErzĂ€hlung spielt Nelson Mandela, welcher mit seinem Engagement dazu beitrug, dass die sĂŒdafrikanische Rugby-Mannschaft „Springboks“ bei der Weltmeisterschaft antrat, die Nation einte und schlussendlich sogar den Sieg holte. Dieser Erfolg schrieb nicht nur Sport-, sondern vor allen Dingen Weltgeschichte und gilt als Symbol der ĂŒberwundenen weißen Herrschaft nach der Apartheid.
Als Drehort fĂŒr die Rugby-Spiele diente das ehemalige Green Point Stadium, an dessen Stelle heute das Cape Town Stadium steht. FĂŒr Besucher öffnet das Cape Town Stadium dreimal tĂ€glich zu einstĂŒndigen Touren, bei welchen man beispielsweise in die Umkleidekabinen und das Stadion-GefĂ€ngnis gefĂŒhrt wird. Auch die Ferryman’s Tavern an der Victoria & Alfred Waterfront, in welcher sich das sĂŒdafrikanische Rugby-Team im Film auf ein Bier trifft, existiert und kann wĂ€hrend der Öffnungszeiten besucht werden.

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Nicht nur „Invictus“ zeigt das Leben des Nelson Mandela auf.

Mandela – Der lange Weg zur Freiheit

Mandela - Der lange Weg zur Freiheit

Insbesondere der Film „Der lange Weg zur Freiheit“ (2013, Originaltitel: „Mandela: Long Walk to Freedom“) begleitet die Stationen des imposanten Lebens Mandelas von seiner Geburt bis zum Ende der Apartheid in den 90er Jahren.
Der Drehort im Dorf Qunu, in dem Mandela seine Kindheit verbrachte, kann von Interessierten besucht werden. Dort kann man im Nelson Mandela Museum noch mehr ĂŒber das Leben des FreiheitskĂ€mpfers erfahren. Auch eine Landstraße in KwaZulu-Natal diente wĂ€hrend der Dreharbeiten als Originalschauplatz und kann als Ort von Nelson Mandelas Festnahme im August 1962 besucht werden. Andere Drehorte aus dem Film sind die Gegenden Sophiatown und Kliptown im Johannesburger Stadtviertel Soweto fĂŒr alle Aufnahmen der Soweto Township-Siedlung, in der Mandela zeitweise lebte, sowie weitere PlĂ€tze in Johannesburg und Kapstadt. Ein besonderer Schauplatz ist das GefĂ€ngnis auf Robben Island, in welchem Nelson Mandela 18 Jahre in Haft verbrachte. Touristen können das GefĂ€ngnis im Zuge einer FĂŒhrung mit ehemaligen HĂ€ftlingen besichtigen.

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Tsotsi

„Tsotsi“ (2005) hat unter anderem 2006 einen Oscar fĂŒr den besten fremdsprachigen Film erhalten und erzĂ€hlt die Geschichte eines skrupellosen Gangster aus Johannesburg, der sich des Babys seines Mordopfers annimmt. Tsotsi baut eine Beziehung zu dem Kind auf und ĂŒberdenkt seine kriminelle Lebensweise. Der Film ist angelehnt an das gleichnamige Buch des sĂŒdafrikanischen Schriftstellers Athol Fugard. Die Darsteller, welche die in SĂŒdafrika gedrehten Szenen besetzen, sind zum grĂ¶ĂŸten Teil Laien, die selbst in den Townships lebten oder leben. Aufgenommen wurde der Film in verschiedenen Teilen SĂŒdafrikas, hauptsĂ€chlich in Johannesburg und Umgebung.

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Zulu

Der Film „Zulu“ (2013) ist angelehnt an den gleichnamigen französischen Roman aus dem Jahr 2008 von Caryl FĂ©rey. Die Geschichte beginnt mit einer jungen Frau, die tot und verstĂŒmmelt aufgefunden wird. Es handelt sich um die Tochter eines bekannten Rugby-Spielers, der sofort eine Kampagne gegen die Polizei startet, weil es dieser nicht gelingt, die öffentliche Sicherheit aufrechtzuerhalten. Drei MĂ€nner werden auf den heiklen Fall angesetzt. Sie reprĂ€sentieren die Bevölkerungsanteile in dem Land am Kap, das zwar die Apartheid ĂŒberwunden hat, nicht jedoch die sozialen Spannungen, von denen die Klassen- und RassenverhĂ€ltnisse nach wie vor geprĂ€gt sind. Mit Ausnahme von Forest Whitaker und Orlando Bloom wurden fĂŒr den Film ausschließlich weitgehend unerfahrene sĂŒdafrikanische Schauspieler engagiert. Gedreht wurde vor allen Dingen in Kapstadt, kĂŒstennahen Wohngebieten und von KriminalitĂ€t, Drogenhandel und Gang-AktivitĂ€ten geprĂ€gten Townships, z. B. in den Cape Flats.

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Searching for Sugar Man

Searching for Sugar Man (OmU)

„Searching for Sugarman“ aus dem Jahr 2012 behandelt die Suche zweier sĂŒdafrikanischer Musikfans nach dem Musiker Sixto Rodriguez, der ohne sein Wissen zum Star in SĂŒdafrika avancierte. Seine Lieder aus den 1970er Jahren bewegten die SĂŒdafrikaner in Zeiten der Apartheid und wurden zu Hymnen der Antiapartheid-Bewegung. Davon bekam der Musiker zunĂ€chst nichts mit, da seine ehemalige Plattenfirma ihm den Erfolg verschwieg. Letztendlich spielte er jedoch dank des Kontakts mit den Musikfans Stephen „Sugar“ Segerman und Craig Bartholomew Strydom einige ausverkaufte Konzerte in SĂŒdafrika.
Musik- und Filmliebhaber können den Drehort und weltbekannten Plattenladen „Mabu Vinyl“ in der Rheede Street in Kapstadt besuchen.

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Safe House

In dem Thriller „Safe House“ von 2012 spielt Ryan Reynolds einen US-Geheimagenten in SĂŒdafrika, der die Aufgabe hat den HĂ€ftling und Ex-CIA-Agenten Tobin Frost (gespielt von Denzel Washington) vor Gangstern zu schĂŒtzen, die ihn um jeden Preis umbringen wollen bevor er als Kronzeuge aussagen kann. Der geheime Unterschlupf, in dem Frost einsitzt fliegt auf und es beginnt eine Flucht durch SĂŒdafrika. Eine der rasanten Verfolgungsjagden fĂŒhrte durch Kapstadt und wurde in der Wall Street, der Adderly Street und weiteren umliegenden Straßen und GeschĂ€ften gedreht. Außerdem spielt eine Szene in der NĂ€he des Arnolds Restaurant in der Kloof Street. Der gesamte Film entstand in SĂŒdafrika.

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Der geilste Tag

DER GEILSTE TAG - Trailer F2 Deutsch HD German

In der deutschen Tragikkomödie „Der geilste Tag“ (2016) mit Matthias Schweighöfer und Florian David Fitz lernen sich Andi und Benno, zwei todkranke junge MĂ€nner, die unterschiedlicher nicht sein könnten, in einem Hospiz kennen. Ihnen gemeinsam ist, dass sie nicht herumliegen und auf den Tod warten wollen. Stattdessen machen sie sich auf, um noch einmal den geilsten Tag ihres Lebens zu verbringen. Sie ergaunern sich 140.000 Euro und starten ihren Roadtrip im Wohnmobil durch SĂŒdafrika, um Bennos ehemalige Freundin Mona und Tochter Leni zu besuchen. Gedreht wurde der Film nicht nur auf dem Tafelberg in Kapstadt, sondern auch am Uvongo Beach sĂŒdlich von Durban, in der Drakensberg-Region und dem Royal Natal National Park, an den Augrabies Falls und in Pella. Das im Film vorkommende Strandhaus von Mona liegt am Noordhoek Beach, wo auch Andi und Benno im tatsĂ€chlich existierenden Monkey Valley Resort ĂŒbernachten. Monas Hochzeit wurde auf dem Boschendal Weingut nahe Kapstadt gefilmt, welches man auch als Tourist, beispielsweise im Zuge einer Weinverkostung oder eines lĂ€ngeren Aufenthalts mit Übernachtung besuchen kann.

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Urlaubsreif

Eine weitere in SĂŒdafrika verfilmte Produktion ist „Urlaubsreif“ (2014, Originaltitel: „Blended“) mit Adam Sandler und Drew Barrymore in den Hauptrollen. Die Komödie handelt von Jim und Lauren, die nach ihrem vermasselten Date in ihrer US-amerikanischen Heimatstadt und infolge einiger verketteter Ereignisse in SĂŒdafrika aufeinandertreffen. Da Jim von seinem Chef bzw. Lauren von dessen Ex-Freundin die gleiche Urlaubsreise abgekauft haben, treffen beide inklusive ihrer insgesamt fĂŒnf Kinder in Afrika aufeinander und mĂŒssen sich schließlich ein Zimmer teilen. Bald schon entsteht aus Abneigung Sympathie und aus zwei Familien wird eine Patchwork-Familie. Der erfolgreiche Film wurde hauptsĂ€chlich im luxuriösen und weltbekannten Sun City Resort mit seinen insgesamt vier Hotels gedreht, insbesondere im Palace of the Lost City. Das Sun City Resort liegt neben dem Nationalpark Pilanesberg und ist auch im realen Leben eine beliebte sĂŒdafrikanische Hotelanlage. Diverse VergnĂŒgungsstĂ€tten, wie Casinos, kĂŒnstlich angelegte WasserfĂ€lle, der Valley of Waves Wasserpark oder GolfplĂ€tze tauchen ebenso im Film wie in der RealitĂ€t auf. Im Nationalpark Pilanesberg wurden in erster Linie die Safari-Szenen gedreht. Doch auch der berĂŒhmte KrĂŒger Nationalpark sorgte fĂŒr einige tierreiche Aufnahmen in Buschsavanne und Tropenwald.

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Avengers: Age of Ultron

Avengers: Age of Ultron

Der Science-Fiction-Actionfilm „Avengers: Age of Ultron“ aus dem Jahr 2015 ist die Fortsetzung zum Film „Marvel’s The Avengers“ (2012) und handelt von einem Superheldenteam, bestehend aus Iron Man, Thor, Hulk, Captain America, Black Widow und Hawkeye, das die Welt beschĂŒtzen soll. Da dieser Teil der Filmreihe einen globalen Bezug erhalten sollte und die Superhelden auf ihrer Mission auch in SĂŒdafrika Halt machen, wurde unter anderem in Johannesburg und Kapstadt gedreht. In Johannesburg findet eine der grĂ¶ĂŸten Actionszenen des Films mit Iron Man und Hulk statt. Außerdem nutzte das Produktionsteam die Cape Town Film Studios fĂŒr Bluescreen-Aufnahmen und die Nachbearbeitung.

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District 9

District 9 - Official Trailer (HD)

„District 9“ (2009) ist ein Science-Fiction-Film, der unerwartet ein großer Erfolg wurde. In Johannesburg befindet sich seit etwa 20 Jahren ein Auffanglager fĂŒr gestrandete Außerirdische. Die VerhĂ€ltnisse, unter denen die Aliens leben mĂŒssen, sind unwĂŒrdig. Der Plan ist daher, das Lager um 200 Kilometer zu verlegen, mitten in die Einöde. Der Leiter der Operation will die Umsiedelung ohne Gewaltanwendung vollziehen. Doch es kommt trotzdem zu einer Auseinandersetzung, bei der er mit einer außerirdischen FlĂŒssigkeit in Kontakt kommt. „District 9“ wurde in SĂŒdafrika gedreht. Der Name des Films erinnert an den District Six in Kapstadt, dessen Bevölkerung wĂ€hrend der Apartheid zwangsgerĂ€umt wurde. Viele Szenen im Film spielen jedoch an realen Orten in Johannesburg. Eine der finalen Aufnahmen zeigt beispielsweise den Ponte City Tower, der bis vor einigen Jahren noch als höchstes Slum und gefĂ€hrlichstes Hochhaus der Welt galt. Auch dieser Film setzte auf unbekannte Schauspiel-DebĂŒtanten und -DebĂŒtantinnen.

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Afghanistan, die Karibik oder doch SĂŒdafrika?

Homeland Season 7 (2018) | Official Trailer | Claire Danes & Mandy Patinkin SHOWTIME Series

Die Serie „Homeland“ (seit 2011) handelt von der psychisch labilen CIA-Analystin Carrie Mathison, deren Hauptarbeitsfeld Ermittlungen und EinsĂ€tze gegen den Terror sind. Die vierte Staffel der preisgekrönten Serie stellt den Nahen und Mittleren Osten in den Mittelpunkt der Handlung. Als Drehort wĂ€hlte man jedoch nicht Kabul oder Islamabad, sondern Kapstadt. Die Stadt selbst und das Umland wurden fĂŒr verschiedene Szenen in der TĂŒrkei, den USA, Afghanistan und Pakistan genutzt. Der Artscape Theatre Complex in Kapstadt diente beispielsweise fĂŒr Außenaufnahmen der amerikanischen Botschaft.

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Basierend auf tatsĂ€chlichen Ereignissen ist „Hotel Ruanda“ (2004, Originaltitel: „Hotel Rwanda“) ein Film ĂŒber den Leiter des Nobelhotels „HĂŽtel des Mille Collines“ in Ruanda, welcher im Jahr 1994, wĂ€hrend des Kriegs zwischen den beiden StĂ€mmen Hutu und Tutsi, zahlreiche FlĂŒchtlinge beherbergte. Er wurde zum Lebensretter tausender Menschen, musste jedoch auch um sein eigenes Leben und das seiner Familie bangen, da ihm die Mittel und Beziehungen zu einflussreichen Personen ausgingen. Der Film wurde unter anderem in SĂŒdafrika gedreht, insbesondere in Johannesburg, spielt jedoch in Kigali, Ruanda.

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Der Film „Blood Diamond“ (2006) mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle thematisiert den Handel mit Blutdiamanten und Waffen sowie die Korruption und den Einsatz von Kindersoldaten. Er spielt vor dem Hintergrund des grausamen BĂŒrgerkriegs in Sierra Leone von 1991 bis 2002. Die sĂŒdafrikanische KĂŒste erwies sich als wahre Fundgrube fĂŒr die Motive im Film. Im ĂŒppigen Duschungelgebiet um Port Edward fanden die Filmemacher die perfekte Umgebung fĂŒr drei wichtige Sets: die Diamantenmine, das FlĂŒchtlingslager und Benjamins Schule. Außerhalb der Port Edward Region wurden auch Szenen in Kapstadt gedreht, zum Beispiel an der Victoria & Alfred Waterfront.

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Lord of War - HĂ€ndler des Todes - Trailer Deutsch (HD)

Im Film „HĂ€ndler des Todes“ (2005, Originaltitel: „Lord of War“) werden auf einer wahren Begebenheit die GeschĂ€fte internationaler WaffenhĂ€ndler dargestellt. Vorbild fĂŒr den Film waren die blutigen Machenschaften des WaffenhĂ€ndlers Viktor Bout, der sich fĂŒr lange Zeit in SĂŒdafrika niedergelassen hatte und drei Jahre nach Erscheinen des Films gefasst wurde. Alle Filmszenen, die in Afrika, dem Nahen Osten, Asien oder der Karibik spielen, konnten in SĂŒdafrika, insbesondere in Kapstadt, aufgenommen werden. Hierbei erweist sich die Vielfalt der sĂŒdafrikanischen Landschaft erneut als Vorteil.

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Ghajini Tamil Movie - Trailer | Suriya, Asin, Nayantara | A.R. Murugadoss, Harris Jayaraj

Die Macher des indischen Thrillers „Ghajini“ (2008) nutzten fĂŒr Dreharbeiten die bunten Edwardian Beach Houses in Muizenberg als Filmkulisse. Der Film handelt von einem Mann mit einer KurzzeitgedĂ€chtnisstörung, der Rache am Mörder seine Frau nehmen will.

Mehr ĂŒber den Film auf Wikipedia erfahren (englisch)

The Jungle Book (2016)

Die Produzenten von „The Junglebook“ dagegen wĂ€hlten Luftaufnahmen der KwaZulu-Natal-Gegend, um den „indischen“ Dschungel von oben zu zeigen. Der 2016 erschienene Film ist eine Neuauflage des gleichnamigen Disneyfilms von 1967 mit real wirkenden Figuren, die jedoch hauptsĂ€chlich durch Computeranimationen entstanden.

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Black Sails: Season 4 Trailer - NYCC 2016

Auch die Piratenserie „Black Sails“ (2014 bis 2017) ist eine US-amerikanische Abenteuerserie, die  in den Cape Town Film Studios und in Kapstadt gedreht wurde. Sie erzĂ€hlt die Vorgeschichte zum Roman „Die Schatzinsel“. Alle vermeintlich in der Karibik aufgezeichneten Außenaufnahmen wurden in SĂŒdafrika gedreht. Das Filmteam mietete fĂŒr die Produktion alle vier BĂŒhnen der Cape Town Film Studios. FĂŒr die Schiffs- und Strandszenen wurden eigens zwei spezielle Wassertanks und mehrere Schiffsmodelle in OriginalgrĂ¶ĂŸe erbaut.

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Hollywood’s Konkurrenz in SĂŒdafrika – Die Filmstudios und Produktionsfirmen

  • Filmstudio: Cape Town Film Studios (Webseite)
  • Filmstudio: Atlas Corporation Studios (Milpark/Johannesburg)
  • Filmstudio: Sasani Studios (Johannesburg, Webseite)
  • Produktionsfirma: Moonlighting Film Production Services (Webseite)

An „Black Sails“ ist erkennbar, dass viele erfolgreiche Filme und Serien nur zu einem geringen Teil in den Kulissen SĂŒdafrikas gedreht werden, aber die hiesigen Filmstudios fĂŒr Bluescreen-Aufnahmen, zur Digitalisierung und Weiterverarbeitung des filmischen Materials genutzt werden.

Die Produktion von Star Wars und Spiderman wurden abgelehnt.

Die wohl bekanntesten und erfolgreichsten Studios sind die Cape Town Film Studios in der Region Kapstadt. Bereits im Jahr 2003 entstand die Idee zum Studio, 2004 war die Eröffnung geplant, verschob sich aber so lange bis der heutige GeschĂ€ftsfĂŒhrer Nico Dekker gemeinsam mit dem Produzenten Anant Singh die Leitung ĂŒbernahm. 2010 wurde die 200 ha große FlĂ€che mit 4 Hallen in Betrieb genommen. Etwa 40 000 ArbeitsplĂ€tze wurden dadurch geschaffen. Insbesondere ungelernte Arbeiter aus den Ă€rmeren Gegenden Kapstadts wurden hier ausgebildet. WĂ€hrend man in den Jahren vor der Eröffnung ĂŒber die Traumfabrik witzelte, war in den Jahren darauf von Beginn an jeder Quadratmeter ausgebucht.

Die Produktionen von Spiderman und Star Wars mussten daher angeblich sogar zurĂŒckgewiesen werden. Die studioeigenen, seltenen Tiefwasser- und Strandbecken wurden nicht nur fĂŒr die Dreharbeiten zu „Black Sails“ verwendet, sondern auch fĂŒr die Aufnahmen der deutschen Produktion „Jim Knopf und Lukas der LokomotivfĂŒhrer“ (Kinostart in Deutschland: 29. MĂ€rz 2018). Im Jahr 2016 kam eine fĂŒnfte Studiohalle hinzu, welche sofort fĂŒr die Produktion von „The Dark Tower“ (2017), einem Film basierend auf einer Roman-Serie von Stephen King, ausgebucht war. Zuvor wurde ein weiterer Science-Fiction-Film, die Neuverfilmung des Streifens „Dredd“ (2012), in den Studios produziert und in SĂŒdafrika gefilmt. Die Cape Town Studios können mit einem Termin von Touristen besichtigt werden, das Fotografieren ist dort jedoch verboten.

In Jollywood zu Hause.

Außer den großen und berĂŒhmten Cape Town Film Studios gibt es in Johannesburg und Kapstadt noch mehrere kleinere Filmstudios, beispielsweise die 2002 eröffneten Atlas Studios (Milpark/Johannesburg) oder die bereits seit den 70er Jahren existierenden Sasani Studios (Johannesburg). Diese konzentrieren sich jedoch vorrangig auf afrikanische Fernsehserien und Shows wie „Big Brother“ und „The Voice“ in Nigeria, SĂŒdafrika und weiteren LĂ€ndern. Dennoch verliehen die Studios Johannesburg den Beinamen „Jollywood“ und eine gewisse Bekanntheit in der Filmszene.

Neben den Filmstudios existieren mehr als 150 Produktionsfirmen in der sĂŒdafrikanischen Filmbranche, die sich um die Organisation und Finanzierung von Filmen, Filmmaterial, Darstellern und vielem mehr kĂŒmmern. Die Moonlighting Film Production Services gelten als Ă€lteste Produktionsfirma SĂŒdafrikas und beteiligten sich an zahlreichen erfolgreichen Filmen wie „Tomb Raider“ (2018), „Honey 3“ (2016), „Resident Evil“ (2016), „10000 BC“ (2008) und „Mad Max: Fury Road“ (2015).

Was macht SĂŒdafrika zum nĂ€chsten Hollywood?

Viele Vorteile eines Filmdrehs in SĂŒdafrika liegen auf der Hand.

  1. Es gibt einen stĂ€ndigen Wechsel zwischen FrĂŒhling und Sommer, ohne den kalten europĂ€ischen Winter, wodurch Filme und Commercials in den ersten und letzten Monaten des Jahres vorgedreht werden können.
  2. Die LichtverhÀltnisse sind meistens grandios und
  3. die Vielfalt der sĂŒdafrikanischen Landschaft vom Dschungel, ĂŒber Berge und Nationalparks bis zum Strand bietet immer eine wĂŒrdige Kulisse.
  4. Die große Entfernung zu Europa wird mit der selben Zeitzone wettgemacht. Dadurch kommen europĂ€ische Schauspieler ohne Jetlag am Drehort an, was wiederum Zeit und Kosten spart.
  5. Prinzipiell sind, trotz eines im Vergleich zu Europa oftmals höheren Sicherheitsaufwands, die Kosten fĂŒr Löhne, Material und Steuern in SĂŒdafrika sehr gering.
  6. Filmemacher erfahren in SĂŒdafrika zudem eine beachtliche staatliche UnterstĂŒtzung.
  7. ZuschĂŒsse und Sondergenehmigungen sind trotz bĂŒrokratischer HĂŒrden und langwieriger Entscheidungswege keine Seltenheit.
  8. Durch das Wegfallen von Gewerkschaften sind außerdem lĂ€ngere Arbeitszeiten möglich und der FachkrĂ€ftemangel wird ausgeglichen, indem viele einheimische Techniker, Logistiker etc. ausgebildet werden.
  9. Durch diese Ausbildungen und den Aufbau der Filmstudios wird insbesondere auch die lokale Filmbranche gestÀrkt.
  10. Große Filmstudios wie die Cape Town Film Studios gelten noch immer als Pioniere in Afrika und arbeiten somit nahezu konkurrenzlos.
  11. Lediglich in Nigeria existiert eine auf dem Kontinent bekannte Film- und Fernsehbranche. „Nollywood“ bedient jedoch hauptsĂ€chlich den eigenen Markt mit schnell und billig produzierten Filmen und Serien.
  12. Anhand der Cape Town Film Studios wird sichtbar, dass auch die Technik in SĂŒdafrika mit den USA mithalten kann. So mĂŒssen Filmemacher die Vor- und Nachproduktion geografisch nicht mehr zwangslĂ€ufig voneinander trennen und können die finanziellen Vorteile bis zuletzt ausschöpfen.
  13. Zu guter Letzt reizt insbesondere Kapstadt die Produzenten aufgrund der AtmosphÀre von InternationalitÀt, Kulturmix und KreativitÀt.

SĂŒdafrikanische Filmfestivals

Wem ein Besuch der Drehorte in SĂŒdafrika nicht reicht, kann verteilt ĂŒber das ganze Jahr zahlreiche kleinere und grĂ¶ĂŸere Festivals besuchen.

Das Event Cape Town International Film Market & Festival findet jĂ€hrlich im Oktober an der Victoria & Alfred Waterfront statt und bietet neben FilmvorfĂŒhrungen auch Workshops und einen Markt, der sich nicht nur um die Filmindustrie, sondern auch um Mode und gutes Essen dreht. Das Festival wird von der Stadt selbst veranstaltet, um die nationale Filmbranche zu stĂ€rken.

Informationen zum Festival (englisch)

Das zehntÀgige International Film Festival Durban findet im Juli in der Hafenstadt Durban statt. Der Fokus liegt bei diesem Festival auf der afrikanischen Filmbranche, dennoch werden auch zahlreiche Dokumentationen und Kurzfilme aus der ganzen Welt gezeigt.

Informationen zum Festival (englisch)

Das Indie Karoo Festival findet jedes Jahr im Juli im StÀdtchen Prince Albert zwischen Kapstadt und Port Elizabeth statt. Hier werden Filme unabhÀngiger Cineasten gezeigt, die auch experimenteller Natur sein können.

Informationen zum Festival

Auch in Johannesburg wird jĂ€hrlich im Februar ein interessantes Festival veranstaltet. Filmliebhaber können sich beim Jozi Film Festival an verschiedenen Orten der Stadt und in insgesamt drei Tagen ein buntes Potpourri an Filmgenres anschauen. Das Festival konzentriert sich auf sĂŒdafrikanische und globale Filmemacher.

Informationen zum Festival

Zwei themenbezogene Festivals sind zum einen das South African Horrorfest in Kapstadt und Johannesburg und zum anderen das Wavescape Surf Film Festival in Durban und Kapstadt. Ersteres findet passend zu Halloweeen im Oktober und November jeden Jahres statt. Letzteres lĂ€sst sogar zweimal jĂ€hrlich im Juli und Dezember die Herzen der Fans von Filmen und Surfkultur höher schlagen. Es steht außerdem in Verbindung zum Durban International Film Festival und  sieht sich gern als Fusion von Kunst, Kultur, Musik und Film. Passend zur Thematik gibt es auch Open-Air-Filmsichtungen am Clifton Beach.

 

Weitere in SĂŒdafrika gedrehte Filme

  • Solange ich atme/ Breathe (2017)
  • The Last Face (2016)
  • Die perfekte Welle/ The Perfect Wave (2014)
  • Chronicle (2012)
  • Death Race (2008)
  • Catch a Fire (2006)
  • U-Carmen eKhayelitsha (2005)
  • The Piano Player (2002)
  • Eine Frau namens Yesterday/ Yesterday (2004)

Weitere in SĂŒdafrika gedrehte Serien

  • The Young Pope (2016)
  • Black Mirror Staffel 3, Episode 1 und 3
  • The Crown Staffel 1 und 2

In SĂŒdafrika gedrehte Fernsehsendungen

Sendungen im Fernsehen haben SĂŒdafrika als Kulisse fĂŒr sich entdeckt.

Goodbye Deutschland

Nicht wenige Menschen trĂ€umen vom Auswandern. Seit 2006 begleitet die Doku-Soap „Goodbye Deutschland! Die Auswanderer“ Deutsche die sich diesen Traum erfĂŒllen.

Schön hĂ€ufiger thematisierte die Sendung das Auswandern nach SĂŒdafrika.

Sing my Song

Bereits seit 2014 wird Sing my Song – Das Tauschkonzert ausgestrahlt. Der Drehort liegt seit Anbegeinn an der Walker Bay im „Grootbos Private Nature Reserve“.

Deutschland sucht den Superstar

Die Erstausstrahlung erfolgte bereits 2002. Fast jedes Jahr nutzen die Produzenten neue Locations, damit DSDS zu einem Erfolg wird. 2018 und 2020 wurden hierfĂŒr einige Teile in SĂŒdafrika gedreht.

Are You The One?

Im Jahr 2020 möchte TVNow, der Stramingdienst von RTL, eine weitere Dating-Reality-Soap veröffentlichen. In der Sendung „Are You The One?“ treffen sich zwanzig Singles in SĂŒdafrika1. AusgewĂ€hlt wurden die Teilnehmer durch psychologische Tests, wobei (angeblich) das perfekte GegenstĂŒck gefunden wurde. Wer die Person ist, sollen die Teilnehmer selbst herausfinden. Nur wenn alle ihren – zuvor als korrekten (passenden) – Partner ausgewĂ€hlt haben, gewinnen alle gemeinsam 200.000 Euro.

Seit 14. April 2020 können die Zuschauer jeden Dienstag bei TVNow mitfiebern, ab 6. April werden Doppelfolgen ab 20:15 Uhr auf RTL ausgestrahlt.

Im Gegensatz zur internationalen Version von „Are You the One?“ wird die deutsche Staffel nicht in Hawaii, sondern in einer sĂŒdafrikanischen Luxusvilla gedreht. Sie liegt im Vorort Constantia in Kapstadt, unweit des Kirstenbosch National Botanical Garden und blickt in Richtung Tafelberg.

Die Villa Dawn wartet mit 5 Schlafzimmern auf, was die Richtung der „Kuppelshow“ zeigen dĂŒrfte. Die Paare sollen sich schnell nĂ€her kommen, denn die Villa wird an Gruppen bis zu zehn Personen vermietet. Der Pool ist geheizt, der große Garten lĂ€dt zum Verweilen ein und in im Outdoor-Sport-Bereich werden sich die Teilnehmer zu beschĂ€ftigen wissen. Die Kosten pro nach starten bei 45.000 Rand, also etwa 2.200 Euro2.

Die Hout Bay ist etwa 15 Minuten, die V&A Waterfront 20 Minuten und die Camps Bay knapp 25 Minuten Fahrzeit entfernt.

Weitere Filmfestivals

  • South African Eco Film Festival (MĂ€rz/April; Kapstadt, Pretoria, Johannesburg, Eastern Cape)
  • The X-Fest (April; Kapstadt, Johannesburg
  • Encounters (Juni; Kapstadt)
  • Khayelitsha Film Festival (Juni; Kapstadt)
  • Plett Food Film Festival (Juli; Plettenberg Bay)
  • KykNET Silwerskermfees (August; Kapstadt/Camps Bay)
  • Sound on Screen Music Film Festival (August; Kapstadt, Johannesburg)
  • Shnit International Short Film Festival (Oktober; Kapstadt)
  • Short & Sweet (das ganze Jahr ĂŒber; Kapstadt, Johannesburg)
  • Sunshine Cinema (das ganze Jahr ĂŒber; verschiedene Orte in SĂŒdafrika)

Kennt Ihr noch Filme, Serien oder Festivals, die wir nicht erwÀhnt haben?

Vanessa

Vanessa

Vanessa liebt das Schreiben und bereichert den Blog daher mit spannenden Themen rund um das sĂŒdliche Afrika. Sie interessiert sich besonders fĂŒr die interkulturelle Zusammenarbeit und fremde Kulturen. In Verbindung damit stellen das Reisen und Fotografieren/Filmen ihre grĂ¶ĂŸten Leidenschaften dar und fĂŒhrten sie bereits in den Norden und Westen des afrikanischen Kontinents. Der SĂŒden wird somit sicher ebenfalls nicht mehr lange auf sich warten lassen!

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