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Safaris

Big Five der Meere

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Die „Big 5“ sind jedem, der Afrika liebt, ein Begriff. Man spricht von Büffel, Elefant, Nashorn, Leopard und Löwe. Viele Afrika-Urlauber haben diese Tiere auf Fotosafaris schon bestaunen können. Auch die Little Five erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Weniger bekannt sind die „Marine Big 5“, die BIG FIVE DER MEERE.

Zu den “Big Five der Meere” gehören: Wale, Haie, Delfine, Robben & Pinguine

Zwischen Juni und Dezember kann man alle fünf bestaunen, nämlich an der Küste von Gansbaai, einem kleinen Ort, etwa 160 km südöstlich von Kapstadt, an der Walker Bay. Die Südafrikaner nennen dieses Gebiet die „Serengeti des Meeres“, weil es nur hier so eine große Vielfalt an Meeresbewohnern gibt.

Eine Auflistung der Big Five der Meere folgt:

Südliche Glattwale = Südkaper

Wale vor der Küste von Hermanus

Wale vor der Küste von Hermanus

Fakten zu den Glattwalen

  • Glattwale (Balaenidae) gehören zur Familie der Wale
  • derzeit verzeichnen wir vier Arten
  • Südkaper (Eubalaena australis) ist eine Walart aus der Familie der Glattwale
  • Glattwale gehören zu den größten Säugetieren
  • sind eher plump gebaut
  • 15 – 20 Meter lang (Kopf macht etwa ein Viertel ihrer Gesamtlänge aus)
  • zwischen 50 und 56 Tonnen schwer (größte Hoden im gesamten Tierreich; machen mit je 500 kg zwei Prozent des Körpergewichts aus)
  • verzehren verschiedene Arten der Ruderfußkrebse und Leuchtkrebse
  • paaren sich vor der Küste in den wärmeren Gewässern, da sie hier auch die Kälber aufziehen
  • Tragzeit von 10 bis 13 Monaten, maximal 17 Monaten mit einem 4 – 5 Meter langen Jungtier
  • Jungtier wächst pro Tag um 3 cm
  • gesellige, neugierige Tiere, die sich nahe von Inseln und großen Landmassen aufhalten und so leichte Beute von Walfängern wurden

Wo kann ich Glattwale in Südafrika entdecken?

De Kelders Felsen; hier kann man die Glattwale aus nächster Nähe beobachten – Spektakel: sprühende Wasserfontänen und peitschenden Schwanzschläge von der UNESCO als bester Walbeobachtungsort genannt.

  •   vor Hermanus, „Whale Crier“, der sein Horn bläst, sobald Wale in Sichtweite sind

Beste Reisezeit für Walbeobachtung: Juni bis November/Dezember

Weitere Informationen über den südlichen Glattwal auf whales.org.

Weiße Haie

Weißer Hai im Meer

Weißer Hai in freier Wildbahn

Fakten zum Weißen Hai

  • Haie (Selachii) sind Fische aus der Klasse der Knorpelfische
  • Der Weiße Hai (Carcharodon carcharias) ist die einzige Art der Gattung Carcharodon aus der Familie der Makrelenhaie (Lamnidae)
  • der Weiße Hai ist der größte Raubfisch
  • ernährt sich von Seehunden, Robben und Seeelefanten
  • 680 – 1.100 kg (Erwachsener) schwer
  • 4 bis 8 Meter lang
  • eine der größten Haiarten
  • kann 60 km/h (Maximum, in kurzen Stößen) schnell schwimmen
  • hält sich bis zu fünf Monate auf hoher See auf, kann bis zu 11.000 km wandern und bis zu 1.000 m tief tauchen
  • seit 2000 auf der roten Liste bedrohter Tierarten; gilt als begehrte Trophäe bei Sportfischern (besonders Zähne und Kiefer)

Wo kann ich weiße Haie in Südafrika entdecken?

Vor der Küste Südafrikas tummeln sich viele weiße Haie. Täglich starten Touristenboote zum Shark Diving.

Den Kanal zwischen Dyer Island und Geyser Rock nennen die Südafrikaner auch „Shark Alley“, weltweit die beste Gegend für Hai-Beobachtungen, ob von Deck oder in einem Käfig im Wasser, täglich Boote von  Kleinbaai aus.

Taucher, wie er einen Hai Käfig betritt

Den Hai-Käfig betreten

  • vor Muizenberg
  • in Gansbaai
  • im Kanal zwischen Dyer Island und Geyser Rock (Shark Alley)

Beste Reisezeit für die Beobachtung des Weißen Hai: ganzjährig

Weitere Informationen über den Weißen Hai im Artenlexikon des WWF.

Delfine – Großer Tümmler und Buckeldelfin

Großer Tümmler (Bottlenose Dolphin) und Buckeldelfine (Humpback Dolphin) sind am meisten anzutreffen aber auch ein Spinner Dolphin ist im Indischen Ozean heimisch.

Spinner Delfinen im Indischen Ozean

Spinner Delfinen im Indischen Ozean

Weltweit existieren vier Arten von Buckeldelfinen.

Fakten über Delfine

  • gehören zu den Zahnwalen (Odontoceti) und sind somit Säugetiere (Mammalia), die im Wasser leben (Meeressäuger)
  • halten sich vorwiegend in flachen Gewässern auf
  • vielfältigste und größte (etwa 40 Arten) Familie der Wale (Cetacea)
  • sind in allen Meeren verbreitet
  • zwischen 1,5 und 4 Meter lang (Männchen etwa 3,80 m, Weibchen 3,70 m, Neugeborene 1,30 m, Gewicht Männchen 650 kg)
  • haben einen stromlinienförmigen Körper, ist an hohe Schwimmgeschwindigkeiten angepasst
  • erreichen Geschwindigkeiten bis zu 55 Kilometer pro Stunde
  • im Kopf befindet sich ein rundes Organ, die Melone spielt eine Rolle bei der Echoortung
  • das Gehirn der Delfine ist groß und besitzt eine komplexe Hirnrinde
  • haben die Fähigkeit zum Problemlösen und Werkzeuggebrauch sind verspielt, hochsozial und sehr aktiv an der Wasseroberfläche
  • daher zählen viele Zoologen Delfine zu den intelligentesten Tieren
  • Körperfarbe rangiert zwischen Schwarz bis Weiß
  • Unterseite meist heller, Rücken grenzt sich durch eine dunklere Färbung (das Cape) deutlich ab
  • tauchen bis zu 300 Meter tief und können 15 Minuten lang tauchen (auf der Jagd)
  • die meisten Tauchzüge dauern nur wenige Minuten
  • gefangenen Fische oder Kalmare werden häufig in einem Stück gefressen
  • Beim Schlafen bleibt eine Gehirnhälfte wach, ein Auge bleibt geöffnet – Umgebung und mögliche Angreifer können so wahrgenommen werden
  • Tragezeit beträgt 1 Jahr, ein Junges wird geboren

Wo können Delfine in Südafrika entdeckt werden?

  • zwischen Clifton und Camps Bay
  • einige Delfinegruppen halten sich auch in der Nähe von Hout Bay auf
  • beste Delfinbeobachtung in Plettenberg Bay
  • Walker Bay Naturreservats, dort kann man an den kilometerlangen Stränden auch Wandern
  • entlang der Wild Coast von East London bis nach Durban

Beste Reisezeit für die Beobachtung von Delfinen: ganzjährig

Weitere Informationen über den Großen Tümmler auf whales.org.

Robben oder Seebären

Pelzrobben – Cape fur seal – Arctocephalus pusillus.

Robbe im Meer

Robbe im Meer

Fakten zu Robben

  • einzige Vertreter der Seebären aus der Familie der Otariidae im südlichen Afrika
  •  Männchen: 2,20 m lang, 190 kg schwer – im Sommer: 300 – 360 kg, da sie in der Brutzeit ihren Harem nicht verlassen und ca. 6 Wochen von den Fettreserven leben müssen
  • Weibchen: 1,60 m und 75 kg
  • erkrankt oder stirbt ein Bulle, übernimmt ein jüngeres Männchen Teritorium und Harem
  • 5 Tage nach der Geburt eines Jungen kann schon die nächste Paarung stattfinden, die Tragzeit beträgt 9 Monate
  • Weibchen können ein befruchtetes Ei drei Monate im Eierstock lassen bevor es sich in der Gebärmutter einnistet – dadurch soll verhindert werden, dass Bulle und Weibchen zweimal innerhalb eines Jahres zusammentreffen (delayed implantation)
  • Weibchen kommen nur für die kurze Brutzeit zu den großen Kolonien
  • es werden ca. 12.000 Babys im Jahr geboren
  • Brutzeit Oktober bis November
  • Hauptfeind: Weißer Hai, Schakale, die in den Kolonien die Robbenbabys reißen

Wo können Robben in Südafrika entdeckt werden?

  • Geyser Rock, einer Nachbarinsel von Dyer Island; hier leben über 60.000 Robben, die größte Kolonie im Western Cape
  • Robberg Halbinsel an der Garden Route kurz vor Plettenberg Bay – Bootstouren sind möglich

Beste Reisezeit für Robbenbeobachtung: ganzjährig

Brillenpinguine oder Afrikanische Pinguine

Vorbei geht es an den Pinguinen in Boulders Beach

Vorbei geht es an den Pinguinen in Boulders Beach

Fakten zu den Brillenpinguinen

  • gehört zur gleichnamigen Gattung innerhalb der Familie der Pinguine (Spheniscidae)
  • auch Eselpinguin genannt, da die Laute denen von Eseln ähneln
  • einzigen in freier Wildbahn lebenden Pinguine Afrikas
  • unbeholfen an Land, sehr wendig im Wasser
  • „Eulen des Meeres“, sehen nachts und tagsüber gleichgut im Wasser
  • Mit den Beinen wird beim Schwimmen gesteuert, die Flügel dienen als eine Art Propeller
  • auffällige Schwarz-weiß-Färbung
  • 60 bis 70 cm groß
  • wiegen 2 bis 4 kg
  • erreichen ein Alter von bis zu 20 Jahren
  • brüten in küstennahen Kolonien
  • legen ihre Eier in flache Vertiefungen (werden ausgescharrt) oder in Höhlen, die sie mit Holzstücken und Federn auspolstern
  • Brillenpinguine fressen hauptsächlich Schwarmfische und jagen Krustentiere wie zum Beispiel Krebse
  • stehen auf der Liste der bedrohten Tierarten
  • Anwohner stören sich am Lärm der nachtaktiven Pinguine – ein Problem stellt der Guano dar, der sensible Pflanzen zerstört
  • Insgesamt existieren drei Festlandkolonien Afrikanischer Pinguine in Südafrika

In Südafrika können Pinguine beobachtet werden?

  • Stony Point
  • Malgas Island
  • Marcus Island
  • Geyser Island
  • Dyer Island (acht Kilometer vor der Küste von Gansbaai, alter Name „Insel der Wilden Kreaturen (Ilha de Fera); Brillenpinguine und seltene Seevögel)
  • Brutstätten nahe Lambert’s Bay und bei Betty’s Bay
  • Algoa Bay: „Penguin Patrol: Bootstour für Touristen zu Info über Lebensraum und Schutz der Brillenpinguine
  • Südlich von Simon’s Town am Strand von Boulder’s Beach ist mittlerweile aus einem Pärchen, das es 1983 dort gab, seit 1985 eine Kolonie von fast 3000 Boulder-Pinguinen, auch Jackass Pinguine genannt, geworden.

Boulder´s Beach als Teil des Nationalparks

  • Kolonie wird von Rangern überwacht
  • in der Hochsaison ist die Kolonie von 7 Uhr bis 19.30 Uhr geöffnet
  • im Februar / März und Oktober / November sind die Zeiten auf 7 Uhr bis 18.30 Uhr begrenzt
  • Eintritt beläuft sich auf 45 südafrikanische Rand, also etwa 4 Euro pro Erwachsenen
  • umzäunter Bereich umfasst 3 Buchten und eine Fläche, wo man die Pinguine aus der Nähe betrachten kann
  • in einer Bucht ist sogar Baden erlaubt
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Am Boulders Beach kann mit Pinguinen geschwommen werden!

Beste Reisezeit für Pinguinbeobachtung: September bis April

Wer aktiv helfen möchte, kann jederzeit auch ein Pinguin-Baby adoptieren. Jedes Jahr nach der Brutzeit werden etwa 300 Babys von ihren Eltern nach der Geburt verstoßen. SANCCOB kümmert sich um die Tiere und sucht Tierpaten zur Unterstützung.

Mit einer Beteiligung von 700 Rand (rund 50 €) deckt man die Kosten für Fisch und medizinische Vorsorge. Im Gegenzug darf man seinem Patenkind einen Namen geben und erhält eine Adoptionsurkunde mit Foto und Geschichte des Pinguins.

Hope Spots in Südafrika

Wo so viele Menschen die Natur bestaunen wollen, hat der Mensch die Aufgabe, die Natur zu schützen und ihre Schönheit und Vielfalt zu erhalten.

So sind an der 3.000 km langen Küste Südafrikas „Hope Spots“ entstanden, ein weltweit einmaliges Projekt zum Schutz der Meere. Es gibt hier 24 Meeresschutzgebiete, sechs wurden 2014 zu „Hope Spots“ erklärt. Hope Spots beeinflussen das ökologische Gleichgewicht durch Lage und Artenvielfalt und binden den Menschen stärker in den Umweltschutz mit ein. In Südafrika gibt es sogar geführte Touren zu den „Hope Spots“

  • False Bay: u.a. kleinere Haiarten und Weißer Hai
  • Cape Whale Coast: Afrikanische Pinguine, Weißer Hai, Seebären, Delfine, Wal- und Vogelarten
  • Knysna: Austern, Seepferdchen, viele verschiedene Küstenfische
  • Plettenber Bay: Kapseebären, gefährdete Fischarte
  • Algoa Bay: Brillenpinguine, Seebären, Flaschennasendelfine (Großer Tümmler), Reise der Buckelwale und Südlicher Glattwale, verschiedene Vogel- und Walarten
  • Aliwal Shoal: Haiarten, Meeresschildkröten, Riffische – Taucherparadies; Sperrzonen sollen das Riff bewahren und erhalten
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Alexa

Alexa ist als Ägyptologin von Afrika fasziniert. Der Kontinent der geographischen Superlative, der multikulturellen Gesellschaften und wechselvollen Geschichte hat es ihr besonders angetan. Im Mittelpunkt ihrer Recherchen über das südliche Afrika zwischen Kolonialismus und Unabhängigkeit steht das tägliche Bemühen der Menschen um soziale Gerechtigkeit, respektvoller Umgang mit der Natur, Frieden und Eigenständigkeit.

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